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MI | 11.04.2012
Erwin Pröll (Bild: APA)
Regierungsbildung
Erwin Pröll kritisiert Andreas Khol scharf
Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) übt nach der Regierungsbildung heftige Kritik an ÖVP-Seniorenchef Andreas Khol. Neben anderen sei dieser schuld daran, dass Karl-Heinz Grasser die Politik verlassen hat. Ein Fehler, glaubt Pröll.
Kein Platz für Menschen, die zu eng denken
In der ÖVP habe ein Erneuerungsprozess begonnen, und das sei gut so, sagt Pröll. Allerdings komme es jetzt darauf an, sich in die Breite zu entwickeln.

Die christlich-sozialen Wurzeln der Partei seien dafür stark genug. Menschen, die zu eng denken, hätten da wenig Platz, so Pröll in Hinblick auf die künftige Entwicklung der Partei.
Pröll: Khol "auf dem falschen Weg"
Prölls Kritik richtet sich vor allem gegen den ehemaligen Nationalratspräsidenten und jetzigen ÖVP-Seniorenchef Andreas Khol.

Khol soll im Parteivorstand gegen Karl-Heinz Grasser als Vizekanzler und Finanzminister gewesen sein.

Damit befinde er sich auf dem falschen Weg, sagt Pröll: "Ich hoffe sehr, dass in Zukunft die Bedeutung von Andreas Khol nicht mehr die sein wird, die sie bisher gewesen ist."
"Ältere Generation viel weltoffener als Khol"
Seine Kritik an Khol begründet Pröll im Gespräch mit dem ORF NÖ so: "Ich glaube, die ältere Generation von heute ist viel weltoffener, als Khol das zeigt und ist. Die ältere Generation weiß ganz genau, was es bedeutet und wohin es führt, wenn man jemanden aus einer gesellschaftspolitischen Entwicklung und aus einem Weg nach vorne ausschließt."
Verständnis für Studentenproteste
Für die lautstarken Proteste, die die Angelobung der neuen Bundesregierung begleiteten, zeigt Pröll Verständnis.

"Wenn man vor der Wahl alles verspricht, was Gott verboten hat, und dann draufkommt, dass man das alles nicht halten kann, dann ist die Enttäuschung der Bevölkerung und der Menschen natürlich sehr groß. Das muss die SPÖ und der neue Bundeskanzler Gusenbauer mit sich selbst ausmachen."

Abgesehen davon bezeichnet er das Vertrauensverhältnis zwischen SPÖ und ÖVP als gut. Die beiden Parteien hätten sich während der Koalitionsverhandlungen angenähert. Die Stimmung sei jetzt eine brauchbare Basis für eine gute Zusammenarbeit.
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