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MO | 13.02.2012
Herzkatheter-Labor (Bild: KHBG)
Elite-Uni
Woran Österreichs Wissenschaft krankt
"Österreichs Topwissenschafter sind nicht in Österreich." So charakterisierte Haim Harari, Vorsitzender des Exekutivkomitees für die Elite-Uni "I.S.T. Austria" in Maria Gugging, eine Hauptschwäche der heimischen Wissenschaftslandschaft.
Wissenschaftskritik von Haim Harari
Haim Harari, ehemals Chef des israelischen Weizmann-Institutes, war Montagabend Gast bei der Diskussionsveranstaltung "City meets Science" in Wien.

Die Veranstaltung war der Auftakt der Diskussionsreihe "Q-Visions", die vom Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) und vom Wiener Forschungsfonds WWTF organisiert wird.
Gesucht werden "Teams der besten Köpfe"
Harari lobte dabei das österreichische Ausbildungssystem, es würden durchaus gute Wissenschafter produziert, die dann aber in zu starkem Ausmaß abwandern würden. Der Faktor "Geld" sei dabei aber nur ein Aspekt.

Für Spitzenwissenschaft sei es wichtig, Teams mit den besten Köpfen ins Land zu holen bzw. zu schaffen. So zeigt das Beispiel Biozentrum Bohrgasse, wie es geht, so Harari weiter. In Wien etwa oder in Niederösterreich mit dem I. S. T. Austria passierten derzeit gute Projekte, die es auszubauen gelte.
Haim Harari (Bild: APA/Harald Schneider)
Haim Harari
Harari: "Maria Gugging bietet gutes Umfeld"
Aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten könnte Österreich "in allen Wissenschaftszweigen" gut sein. Der Standard "Bohrgasse" sei bisher aber im Lande unerreicht.

Harari verteidigte den oft kritisierten und als "abgelegen" belächelten Standort für das I. S. T. Austria im Maria Gugging. "Gärten und Blumen sind ein gutes Umfeld für Wissenschaft", ist der Experte überzeugt und sieht dabei Parallelen mit seinem eigenen Weizmann-Institut. Auch dort werde auf die unmittelbare Umgebung großer Wert gelegt - mit Erfolg, wie sich zeigt.
Johannes Hahn (Bild: ÖVP Wien)
Johannes Hahn
"Abwanderung ein europäisches Phänomen"
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) stimmte Harari insofern zu, als "die Anstrengungen weiter gehen müssen". Er ortet nicht zuletzt durch die deutlich gestiegenen Ausgaben für Wissenschaft und Forschung eine Aufbruchstimmung, es sei "ein Ruck durch das Land gegangen".

Die Abwanderung von Wissenschaftern sei dabei durchaus ein europäisches Phänomen. Hahn warnte davor, europäische Forschungsinfrastruktur zu stark in einzelnen Ländern - etwa Deutschland und Frankreich - zu konzentrieren. Es müsse vor allem auch in Hinblick auf die neuen EU-Länder eine bessere Balance geschaffen werden.
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