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MO | 13.02.2012
Battenfeld in Kottingrbunn (Bild: APA/Ernst Weiss)
Wirtschaft
Battenfeld in Kottingbrunn ist insolvent
Der Kunststoffmaschinen-Hersteller Battenfeld in Kottingbrunn (Bez. Baden) ist insolvent. Beim Landesgericht Wiener Neustadt wurde am Donnerstag der Konkursantrag eingebracht, teilte Rechtsanwalt Markus Fellner mit.
472 Mitarbeiter beschäftigt
Das Unternehmen im Bezirk Baden beschäftigt 472 Mitarbeiter. Jetzt soll rasch ein Masseverwalter bestellt werden und den Fortbetrieb bei Battenfeld sichern.

Der Anwalt, der für die Geschäftsführung den Konkursantrag eingebracht hat, beziffert die Verbindlichkeiten des Unternehmens mit "20 bis 30 Millionen Euro".

Die Zahl der betroffenen Gläubiger wird auf 1.300 geschätzt.
Firmensitz Battenfeld in Kottingbrunn (Bild: APA/Ernst Weiss) Betrieb für die nächsten drei Monate gesichert
"Der Insolvenzantrag hat die Grundlage dahingehend, dass wir das Unternehmen retten wollen und die Dienstnehmer absichern wollen und den Betriebsstandort erhalten wollen", so Fellner.

Laut Fellner kann das Unternehmen die nächsten drei Monate ohne Bedenken fortgeführt werden; das lasse die Liquidität als auch die Auftragslage zu.

"Ich denke, dass in den nächsten Wochen bzw. Monaten eine dementsprechend detaillierte Restrukturierungsplanung und Entscheidung getroffen werden kann, dass entweder ein Zwangsausgleich oder eine Auffanglösung strukturiert werden kann, um den Standort zu sichern und die Arbeitsplätze zu erhalten", so der Rechtsanwalt.
Die Battenfeld-Geschäftsführung sei, so die NÖN, im Dezember von einem Münchner Notar überraschend informiert worden, dass der deutsche Eigentümer alle Geschäftsanteile an die britische OOD Private Equity Limited verkauft habe.

Der neue Eigentümer habe sich noch nicht zur Zukunft geäußert, heißt es. Diese Firma gibt es überhaupt erst seit November. ORF Niederösterreich hat in Erfahrung bringen können, dass der Firmensitz in London ist. Außer der Firmenanschrift konnten keine weiteren Kontaktdaten ausfindig gemacht werden.
Eigentümerwechsel soll Krise ausgelöst haben
Einerseits soll eine firmeninterne Umstrukturierung die Insolvenz ausgelöst haben.

Nach der Schließung eines deutschen Werkes vor zwei Jahren musste Kottingbrunn die Produktion erweitern und investieren. Andererseits soll der plötzliche Eigentümerwechsel die Krise ausgelöst haben.

Das Unternehmen will nun neue Aufträge an Land ziehen und mit dem neuen, britischen Eigentümer das Gespräch suchen.
Ernest Gabmann (Bild: ÖVP) Land NÖ will helfen
Das Land Niederösterreich will jetzt Möglichkeiten prüfen, dem Unternehmen zu helfen und die Arbeitsplätze zu sichern.

Laut dem für Wirtschaft zuständige Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann (ÖVP) will das Land "natürlich helfen und wenn irgend möglich das Unternehmen und die Arbeitsplätze erhalten".

Für Freitagnachmittag ist ein Treffen zwischen Ernest Gabmann, Experten der Wirtschaftsförderungsabteilung und der Wirtschaftsagentur ecoplus geplant.
Emil Schabl (Bild: SPÖ NÖ) Weitere Gespräche sollen stattfinden
Auch der Vorsitzende der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter im ÖGB NÖ, Landesrat Emil Schabl (SPÖ), kündigte weitere Gespräche an und betonte, dass Arbeiterkammer und ÖGB an einem Strang ziehen.
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