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MI | 11.04.2012
Gefängnis (Bild: APA)
Kriminalität
Tierschützer ist im Hungerstreik
Nach den Festnahmen mehrerer Tierschützer am Mittwoch ist einer der Betroffenen, der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken, am Freitag in der Justizanstalt Wr. Neustadt in Hungerstreik getreten.
Vorwurf: "Gespräch mit Anwalt verweigert"
Als Grund für die Protestmaßnahme gab der VGT in einer Aussendung an, dass Martin Balluch bis jetzt "keine konkrete Tathandlung vorgeworfen" und ihm "ein Gespräch mit einem Rechtsanwalt verweigert worden ist".
Staatsanwaltschaft: "Wurde ermöglicht"
Bei der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt betonte man gegenüber der APA hingegen, dass den Festgenommenen sehr wohl der Zugang zu Rechtsbeistand ermöglicht worden ist.
"Politischer Hintergrund", so die Tierschützer
Harald Balluch, Sprecher des VGT, wurde ebenfalls angezeigt. "Mir werden keine konkreten Taten, sondern die Mitgliedschaft in einer kriminellen Verbindung vorgeworfen", sagte Balluch.

Der Sprecher vermutete hinter der Polizeiaktion einen "politischen Hintergrund". Die Aktionen der Tierschützer würden jedenfalls ein derartiges Vorgehen keinesfalls rechtfertigen.
Hausdurchsuchungen verstärkten Verdacht
Im Fall der österreichweiten Verhaftungen von Tierschützern vom Mittwoch hätten durchgeführte Hausdurchsuchungen den Verdacht gegen die mutmaßlichen Täter "verstärkt". Dies berichtete Johann Fuchs, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt am Freitag. Nähere Details zu den Vorwürfen wurden nicht bekanntgegeben.
Zehn Personen sind in Haft
Zehn Personen befanden sich am Freitag in Haft, neun davon in der Justizanstalt Wr. Neustadt, eine in Tirol. Am Wochenende solle darüber entschieden werden, ob gegen die Tierschützer in Niederösterreich die Untersuchungshaft verhängt werde, erläuterte Fuchs.
Die Vorwürfe: Brandstiftungen, Gasanschläge und andere schwere Sabotageakte u.a. auf Lebensmittelkonzerne, Bekleidungshandelsketten und Produzenten landwirtschaftlicher Produkte.
Staatsanwalt: "Radikal und militant"
Nähere Details zu den Vorwürfen gab es vorerst nicht, Fuchs verwies auf die Aussagen der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch. Darin wurde rund um die Verhaftungen bekanntgegeben, es handle sich um das Ergebnis umfangreicher mehrjähriger Ermittlungen "um zahlreiche Brandstiftungen, Gasanschläge und andere schwere Sabotageakte auf Lebensmittelkonzerne, Bekleidungshandelsketten, pharmazeutische Unternehmen, Produzenten landwirtschaftlicher Produkte und jagdliche Einrichtungen".

Die Beschuldigten seien "verdächtig, radikale Mitglieder einer militanten, unter mehreren Pseudonymen verdeckt auftretenden und international vernetzten Personengruppe zu sein", die während der vergangenen Jahre zahlreiche der angeführten Taten verübt und dabei "große Schäden verursacht" haben soll.
VGT: "Tierschutz soll kriminalisiert werden"
Eine der betroffenen Gruppe, der Verein gegen Tierfabriken (VGT), wehrte sich in einer Aussendung gegen die Maßnahmen. "Der Tierschutz soll kriminalisiert und das Image der Tierschutzvereine soll nachhaltig beschädigt werden.

Dabei seien die Vorwürfe absolut aus der Luft gegriffen. Der VGT lehne kriminelle Handlungen und Gewalt ab und distanziere sich ausdrücklich von allen gegenständlichen Straftaten, so Harald Balluch, Geschäftsführer des VGT.
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