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LANDESAUSSTELLUNG 2009 |
06.04.2009 |
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Die Vertreibung der Sudetendeutschen
Drei Millionen Sudetendeutsche werden nach 1945 aus der Tschechoslowakei vertrieben. Die Gründe sind vielschichtig, die Alliierten stimmen der Vetreibung zu. Bis zu 200.000 Sudetendeutsche kommen nach Österreich.
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Millionen Deutsche werden ausgesiedelt. |
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Millionen aus der Tschechoslowakei vertrieben
Die 1945 wieder errichtete Tschechoslowakei wendet sich aus Enttäuschung über das „Münchener Abkommen" 1938 von Frankreich und Großbritannien ab.
Der Blick geht Richtung Osten, der politische Trend nach links. Bis 1946 werden Millionen Deutsche großteils unter unmenschlichen Bedingungen vertrieben beziehungsweise ausgesiedelt, tausende ermordet.
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Die Ursachen für die Vertreibung
Die Ursachen für die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen sind komplex. Für die Sudetendeutschen bildet das ihnen verweigerte nationale Selbstbestimmungsrecht von 1918/19 die Grundlage für eine „Tschechisierung", die direkt zum „Münchner Abkommen" von 1938 führt.
Den Tschechen wiederum ist das „Münchner Abkommen" Ausdruck der sudetendeutschen Illoyalität, Ausgangspunkt einer Entwicklung, die in die Zerschlagung der Tschechoslowakei und die Errichtung des „Reichsprotektorats Böhmen und Mähren" führt.
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Die Vertreibungen sind für Prag eine Reaktion auf 1938. |
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Alliierte stimmten den Vertreibungen zu
Die NS-Verbrechen an Tschechen, die Vergeltungsaktionen nach dem Heydrich-Attentat sowie die Mittäterschaft von Sudetendeutschen verfestigen bereits existierende Pläne zu einer „Umsiedlung" noch während des Krieges.
Die Vertreibung ist für Prag eine Reaktion auf die Erfahrungen von 1938 und wird mit Bezug auf die NS-Politik legitimiert. Die Alliierten stimmen im Potsdamer Abkommen den Vertreibungen - unter humanen Bedingungen - zu.
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Viele werden ermordet, andere sterben während der Fußmärsche. |
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Hass richtet sich gegen alles Deutsche
Nach Kriegsende setzen die „wilden" Vertreibungen ein. Der aufgestaute Hass richtet sich gegen alles Deutsche und Magyarische.
Viele werden noch an ihren Wohnorten ermordet, andere sterben während der langen Fußmärsche. Nicht selten finden Sudetendeutsche auch Schutz vor Übergriffen bei Rotarmisten.
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Kinderwagen vom "Brünner Todesmarsch"
 Kinderwagen vom „Brünner Todesmarsch", 1945.
Metallrahmen, Holz, Textil.
H. 900 mm, B, 800 mm, T, 1200 mm.
Perchtoldsdorf, Südmährerhof Kulturverein.
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Vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen mussten Brünn ab 31. Mai 1945 verlassen. |
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27.000 Menschen mussten Brünn verlassen
Im Zuge der „wilden Vertreibungen" werden 27.000 Deutsche - hauptsächlich Frauen, Kinder und alte Menschen - dazu gezwungen, Brünn zu verlassen. Der später so bezeichnete „Brünner Todesmarsch" führt sie ab dem 31. Mai 1945 zur österreichischen Grenze.
Nachdem Österreich den Übertritt zunächst verweigert, sperrt man die Menschen in Pohorlice (Pohrlitz) in Lagerhallen. Erst im Juni 1945 wird die Grenze geöffnet. Mindestens 2.000 kommen auf tschechoslowakischem Gebiet ums Leben oder sterben schon in Österreich an den Folgen des Marsches.
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Teilweise in Notquartieren untergebracht. |
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Bis zu 200.000 kamen nach Österreich
Die nach Österreich kommenden 150.000 bis 200.000 Sudetendeutschen stammen meist aus Südböhmen und Südmähren („Brünner Todesmarsch").
Man bringt sie im Grenzgebiet Nieder- und Oberösterreichs in Notquartieren unter; andere finden eine Wohnmöglichkeit bei Verwandten und Bekannten, hunderte sterben an Seuchen.
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 Sudetendeutscher mit Armschleife. |
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Staatsbürgerschaft erst 1954 erhalten
Die österreichische Bundesregierung will zunächst ihre Abschiebung. Wegen des Facharbeitermangels setzen sich die Landesregierungen für ihren Verbleib ein, Facharbeiter aus der Gablonzer Glasindustrie beispielsweise werden dringend benötigt.
Man bekommt befristete Aufenthaltsbewilligungen, ohne von Österreich Sozialleistungen beanspruchen zu dürfen. Nach dem Optionsgesetz 1954 erhalten die Sudetendeutschen - vielfach erst sehr spät - die österreichische Staatsbürgerschaft.
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Literaturtipp
Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei. Augsburg 1993.
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Vom Todesmarsch blieb nur ein Kinderwagen
Peter Wassertheurer, Wiener Historiker und Spezialist für die Vertreibung der Volksdeutschen aus Osteuropa: „Das einzige Exponat, das vom Brünner Todesmarsch erhalten geblieben ist, ist ein Kinderwagen, der in der Ausstellung gezeigt wird.
Beim Brünner Todesmarsch wurden über 25.000 bis 30.000 Brünner Deutsche im Sommer 1945 über die niederösterreichische Grenze nach Österreich vertrieben. Es kam zu zahlreichen Gewaltverbrechen, mit vielen hunderten Toten."
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Die bisherigen "Exponate des Tages"
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