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SO | 12.02.2012
Landesausstellung 2009 (Bild: LA09 NÖ)
LANDESAUSSTELLUNG 2009
"Geteilt - getrennt - vereint"
Der Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren ist der Anlass für die NÖ Landesausstellung 2009. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über die Ausstellung in Horn, Raabs und Telc - und schicken Sie uns Ihre schönsten Fotos!
Schwerpunkt ist die gemeinsame Geschichte der beiden Länder.
Vor 20 Jahren fiel der Eiserne Vorhang
Zum ersten Mal veranstaltet ein österreichisches Bundesland eine grenzübergreifende Landesausstellung. Gemeinsam mit dem Kreis Vysocina in er Republik Tschechien wird die Schau mit dem Titel "Österreich. Tschechien. geteilt – getrennt – vereint" in den drei Städten Horn, Raabs ( Niederösterreich) und im grenznahen Telc (Tschechien) gezeigt.

Die gemeinsame Geschichte beider Länder mit Schwerpunkt auf den Nachbarregionen Waldviertel und Vysocina steht im Mittelpunkt. Die Öffnung des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren ist der Anlass für diese erste grenzüberschreitende Niederösterreichische Landesausstellung.
Reisepass mit Doppeladler und überklebt mit Republik Deutsch-Österreich, (Helene Adelbauer, Grafenbach)
Reisepass mit Doppeladler und überklebt mit Republik Deutsch-Österreich (Leihgabe von Helene Adelbauer, Grafenbach).
Partnerschaftliches Erarbeiten der Inhalte von österreichischen und tschechischen Historikern.
Gute Zusammenarbeit der Wissenschaftler
Die Inhalte der Ausstellung wurden partnerschaftlich von renommierten österreichischen und tschechischen Wissenschaftlern an allen drei Standorten gemeinsam erarbeitet.

Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Stefan Karner, dem Vorstand des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgenforschung in Graz, die tschechischen Wissenschaftler werden von Michal Stehlík, dem Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Karls-Universität Prag, angeführt.
Zeitgeschichtliche Sammelaktion brachte mehr als 1.000 Angebote an Gegenständen.
Viele Exponate werden erstmals gezeigt
Die Ausstellung kann auf einen großen Fundus an Exponaten zurückgreifen, vieles wird zum ersten Mal gezeigt.

Exponate aus staatlichen Archiven und Museen Österreichs sowie Tschechiens, aus privaten Sammlungen und von Privatpersonen zur Verfügung gestellte Objekte zeigen ein vielfältiges, spannendes und verständliches Bild der gemeinsamen Geschichte.
Banknote zu 10 Kronen mit Stempel "Deutschösterreich" ( Wien, Oesterreichische Nationalbank)
Banknote zu zehn Kronen mit Stempel "Deutschösterreich" (Wien, Oesterreichische Nationalbank).
Ziel der Landesausstellung: Eine historische Zeitreise ohne Grenzen.
Schau will alte Denkmuster aufbrechen
Im Kunsthaus in Horn, im Lindenhof in Raabs und in der Stadt Telc wird die gemeinsame Geschichte Österreichs und Tschechiens in den wichtigsten Facetten nachgezeichnet. Ziel ist es nach Angabe der beiden Kuratoren, das gegenseitige Verständnis zu erleichtern, alte Denkmuster aufzubrechen, Gemeinsamkeiten und Differenzen aufzuzeigen und den Besuchern die miteinander verwobene Geschichte der beiden Länder vor Augen zu führen.

Der Besucher soll sich auf eine historische Zeitreise ohne Grenzen begeben. Er folgt der Geschichte der letzten 100 Jahre, erlebt die vielfältige Erfahrung der Grenze sowie die Kultur des mitteleuropäischen Kernraumes.
Zwei Leuchtpatronen mit Falschirm (Rudolf Kranzl, Oberthurnau/ Foto: Andreas Biedermann) Horn präsentiert das 20. Jahrhundert
Im Kunsthaus Horn wird die politische Geschichte Österreichs und Tschechiens mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert gezeigt - das Verbindende, aber auch das Trennende:

Vom Zerfall des Habsburger-Reiches, den beiden Weltkriegen, den Jahren der NS-Herrschaft, dem Kriegsende 1945, den Benes-Dekreten, dem Wiederaufbau, der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei 1948, dem österreichischen Staatsvertrag 1955 über die Teilung Europas, den "Kalte Krieg“, den "Prager Frühling", den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 bis zum Beitritt beider Länder zur EU.
Horn auf einer alten Landkarte (Bild:ORF)
Grenzen in der Natur, Grenzen in unseren Köpfen.
In Raabs werden Grenze und Grenzen gezeigt
"Wo sonst könnte man das Thema Grenze eindringlicher zeigen als hier, im Lindenhof in Raabs an der Thaya", fragt Kurator Stefan Karner.

Die Grenze in der Natur, aber vor allem im übertragenen Sinn, in unseren Köpfen. Grenzen, Markierungen als physische Hindernisse: als Herrschaftsmarkierungen im Mittelalter, als Landes- und Staatsgrenzen, als fast unüberwindbarer "Eiserner Vorhang", Grenzen für Handels- und Zollgebiete.

Die Grenzen in den Köpfen sind vielschichtig, historisch tief wurzelnd, behaftet von alten Vorurteilen, Stigmatisierungen, Symbolen, Ideologien, dem Nationalismus, von Intoleranz und Ablehnung.
Telc (Bild: Reinhard Mandl) In Telc dominieren Kunst und Kultur
Im Renaissance-Schloss der südmährischen Stadt Telc werden die Beziehungen zwischen Österreich und Tschechien in Kunst und Kultur in ihrer Vielfalt gezeigt: von der Musik über die Literatur, die bildende und die darstellende Kunst bis hin zur Architektur. Die Welt des Adels, des Bürgertums und der Kirche ist ebenfalls ein Thema.

Berühmte Persönlichkeiten, die sowohl in Österreich als auch in Tschechien verwurzelt sind, machen die Schau lebendig: Gustav Mahler, in Iglau geboren, stieg zum bekannten Hofkapellmeister in Wien auf; der Niederösterreicher Joseph Haydn musizierte in seiner Jugend in Böhmen und Mähren; Josef Hoffmann stammt aus der Nähe von Telc und wurde zum weltweit angesehenen Architekten und Designer.
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