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MI | 11.04.2012
Kurt Dieman-Dichtl (Bild: Landespressedienst)
KULTUR
Publizist Kurt Dieman-Dichtl gestorben
Der Publizist Kurt Dieman-Dichtl ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er galt als eine originelle, freilich unbequeme und widersprüchliche Gestalt in der Kulturszene. Im Stift Herzogenburg wird eine Gedenkmesse für ihn zelebriert.
Vielseitiges Schaffen
Kurt Dieman-Dichtl wurde 1923 in Wien geboren. Nach Absolvierung einer Gesangsausbildung hatte er zahlreiche Engagements als Opern-, Operetten- und Wienerliedsänger und entwickelte sich nach und nach zum Regisseur und Produzenten für Radio, Fernsehen und Film. Er veröffentlichte 26 Bücher und lebte in Bad Vöslau. Vor allem seine Beschreibung des Lebens berühmter Künstlerpersönlichkeiten machte ihn bekannt.
Von Jugend an auf "Gegenkurs"
Von Jugend an war Dieman auf "Gegenkurs" gewesen: Zunächst Monarchist, sah er nach 1945 im Kommunismus eine Alternative. Später wurde er ein Mitstreiter Bruno Kreiskys in Medienfragen. Dann schloss er sich dem damaligen "Styria"-Generaldirektor Hanns Sassmann an, um schließlich für Kurt Waldheim auf die Barrikaden zu steigen.

Ein Herzensanliegen war Dieman-Dichtl stets die Verteidigung von Kardinal Theodor Innitzer, so die Kathpress. Auch aus persönlicher Kenntnis wusste er, dass viele Vorwürfe gegen den Wiener Erzbischof der düsteren Jahre 1932-1955 völlig unberechtigt waren.
Unbequeme und widersprüchliche Gestalt
Dieman-Dichtl war eine originelle, freilich unbequeme und widersprüchliche Gestalt. Seine Sache waren kontroverse, provokante, bisweilen ans Polemische grenzende Äußerungen. Er war mit Ruth von Mayenburg, einer Aristokratin, Kommunistin und Witwe des führenden österreichischen KP-Funktionärs Ernst Fischer, verheiratet.

Sie war eine der Bewohnerinnen des legendären Hotels "Lux" in Moskau gewesen, wo in den dreißiger und vierziger Jahren die kommunistischen Emigranten untergebracht wurden.

Später war Dieman-Dichtl mit kirchlichen "Konservativen" wie dem einstigen St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn verbunden.
Dieman-Dichtl bekommt Verdienstmedaille (Bild: Landespressedienst)
vl.n.r: Landeshauptmann Erwin Pröll, Kurt Dieman-Diechtl, Propst Maximillian Fürnsinn
Verdienste um das Land Niederösterreich
In Anerkennung seiner Verdienste um das Bundesland Niederösterreich wurde Dieman-Dichtl im Vorjahr mit der Ehrenplakette des Landes ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde im Stift Herzogenburg überreicht.

"Zum einen ist Prof. Dieman eine vielschichtige künstlerische Persönlichkeit: Opern- und Operettensänger, Regisseur und Produzent sowie Autor und Lyriker", so der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll damals.

Das Begräbnis findet am Donnerstag auf dem Hetzendorfer Friedhof statt. Im Stift Herzogenburg feiert Propst Maximilian Fürnsinn am Mittwoch, 10. Juni, um 17 Uhr, die Gedenkmesse für den Verstorbenen
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