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MI | 11.04.2012
Tatrekonstruktion (Bild: APA/Pfarrhofer)
CHRONIK
Krems: Neuerliche Einvernahme der Polizisten
Die Gutachten nach dem tödlichen Schuss in einem Kremser Supermarkt widersprechen den Aussagen des Polizisten, der geschossen hat. Der Polizist soll nun von der Staatsanwaltschaft erneut einvernommen werden.
Bisher wurde nur spekuliert.
"Aussagen ein Problem für den Polizisten"
Bisher wurde nur darüber spekuliert: Jetzt bestätigte die Korneuburger Staatsanwaltschaft diese Spekulationen dem ORF-Radio: Die Gutachten in dem Fall widersprechen den Aussagen des Polizisten.

Seine den Gutachten widersprechenden Aussagen seien natürlich ein Problem für den Polizisten, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Karl Schober.

Konkret wird mittlerweile von mehreren Quellen bestätigt: Der Polizist habe bei der Tatrekonstruktion angegeben, er hätte aus größerer Distanz und kniend geschossen. Die Gutachten ergaben aber offenbar eine Schussdistanz von nur 1,5 bis zwei Meter. Der tödliche Schuss in den Rücken des 14-Jährigen soll stehend abgegeben worden sein.
Beamten sind jetzt im Innendienst
Das Landespolizeikommando sieht nach Bekanntwerden der Gutachten "derzeit keinen Handlungsbedarf". Wie Oberstleutnant Roland Scherscher am Donnerstag erklärte, versehen der Beamte, der den tödlichen Schuss abgeben hat, und seine Kollegin bis auf weiteres Dienst.

Die beiden wurden laut Scherscher bereits unmittelbar nach dem tödlichen Zwischenfall von ihrem bisherigen Einsatzort Krems abgezogen und verrichten seither Innendienst. Nach wie vor werden sie "fallweise und bei Bedarf" psychologisch betreut, sagte der Behördensprecher.
Entscheidung über Anklage steht noch aus.
Jugendlichen hatten "Waffen" eingesteckt
Er bestätigt zum Teil Informationen, wonach die sogenannten Waffen der Jugendlichen, eine Harke und ein Schraubenzieher, eingesteckt bei den Jugendlichen entdeckt wurden, in einer Pullovertasche und unter einer Jacke.

"Bei der Auffindung waren die Werkzeuge nicht in der Hand. Der Auffindungsort der Werkzeuge war in Körpernähe." Schober schließt allerdings nicht aus, dass die Jugendlichen die Werkzeuge bei und nach einem Kampf mit den Polizisten wieder eingesteckt haben. Es handle sich nur um einen Mosaikstein bei den Ermittlungen.

Jedenfalls sei die Situation bei dem 17-Jährigen, dem die Polizistin in die Oberschenkel schoss, anders zu bewerten, sagt der leitende Staatsanwalt. Hier gebe es keine Widersprüche: "Bei erster Durchsicht der Gutachten sind keine Widersprüche erkennbar."

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Polizist wird noch einmal befragt
Die Staatsanwaltschaft warte derzeit noch auf den Abschlussbericht der oberösterreichischen Ermittler, die in dem Fall erheben und werde den Polizisten zu seinen bei den Einvernahmen getätigten Aussagen noch einmal befragen.

Dann werde entschieden, ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird. Danach allerdings müssen die Oberstaatsanwaltschaft und das Justizministerium die vorläufige und inoffizielle Entscheidung der Staatsanwaltschaft überprüfen.
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