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DI | 14.02.2012
Prozess_Pachfurth (Quelle:APA/Pfarrhofer)
PROZESS
Heurigenmord: "Eiskaltes Verbrechen"?
Am Landesgericht Korneuburg steht ein 48-jähriger Bulgare vor Gericht, weil er am 25. Mai eine Heurigenwirtsehepaar in Pachfurth ermordet haben soll. Die Staatsanwältin bezeichnete den Mord als "eiskalt".
Angeklagter bekennt sich nicht schuldig.
Beweise sollen den Angeklagten überführen
Die Staatsanwältin sprach in ihrem Eröffnungsvortrag von einem "eiskalt" verübten Verbrechen. Das Motiv sei klar: Er wollte an Geld gelangen. Laut Staatsanwältin ist der Angeklagte mit der Absicht nach Österreich gereist, ein schlecht gesichertes Lokal auszurauben.

"Die Beweise werden den Angeklagten überführen", meinte die Staatsanwältin. Die schwer verletzte Tochter habe den Mann auf einem Foto erkannt. Außerdem sei bei ihm eine Patronenhülse gefunden worden, die aus derselben Waffe abgefeuert wurde wie die gefundende Patronenhülse am Tatort.
Angeklagter erklärte sich nicht schuldig
Der wenige Tage nach dem Verbrechen festgenommene Mann muss sich wegen Mordes in zwei Fällen, Raubes sowie Mordversuchs - begangen an der 21 Jahre alten Tochter des Paares - verantworten. Er erklärte sich nicht schuldig.

Der Bulgare wurde bis in die Mittagsstunden einvernommen. Er habe in Pachfurth Kirschen gepflückt, begründete er seinen Stopp in dem Ort nahe dem Lokal, in dem am selben Abend das Ehepaar ermordet wurde. Die Tat bestritt er weiterhin.
Prozess_Pachfurth (Quelle:APA/Pfarrhofer) Ehepaar erschossen, Tochter angeschossen
Nachdem der letzte Gast das Heurigenlokal verlassen hatte, betrat der Bulgare laut Anklage das Lokal und bedrohte das Ehepaar mit einer Pistole. Dann soll er vier Schüsse auf den 50-jährigen Heurigenwirt abgegeben haben.

Als die Tochter, die sich gerade im Obergeschoss befunden hatte, durch die Schreie der Mutter alarmiert worden war und ins Untergeschoss stürmte, sah sie laut Anklage, wie der Täter ihre 49-jährige Mutter bedrohte. Als der Mann die 21-Jährige entdeckte, soll er ihr in den Rücken geschossen haben. Dann soll der Bulgare ihre Mutter getötet haben.
Nach der Tat habe er Geld gesucht
Mit letzter Kraft habe die sterbende 49-Jährige noch versucht, sich aus dem Lokal zu schleppen, was ihr aber nicht mehr gelang, so die Staatsanwältin.

Nach der Tat soll der Bulgare das Haus nach Geld durchsucht haben. Mit rund 1.500 Euro Tageslosung soll er dann geflüchtet sein.
Angeklagter vor Beginn des Prozesses (Bild: APA/Pfarrhofer)
Tat wurde in sechs Minuten verübt.
Bei DNA handelt es sich um Mischspur
Laut Pflichtverteidiger handle sich bei der DNA-Spur um eine "Mischspur". Zudem habe die 21-jährige Tochter von einem etwa gleich großen Täter wie ihre Mutter gesprochen. Sein Mandant sei jedoch deutlich größer.

Die Tat wurde zudem in einem Zeitrahmen von sechs Minuten verübt, so der Anwalt: So kurz war die Spanne vom letzten Heurigengast bis zum Notruf durch den Freund der Tochter.
Urteil wird am Montag erwartet
Dem Prozessfahrplan nach sind am Freitag weitere Zeugen geladen, die das verdächtige Fahrzeug wahrgenommen hatten. Anschließend sollen die Gutachter zu Wort kommen.

Am Montag ist geplant, per Video die Aussage der Tochter zu zeigen. Befragt werden soll dem Vernehmen auch ihr Freund, der auf das Dach des Hauses geflüchtet war und dann die Rettung verständigt hatte. Danach sollte es zu einem Urteil kommen.
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