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MI | 11.04.2012
Glocke (Bild: ORF)
CHRONIK
Korneuburg: Anrainer gegen Kirchenglocken
In Korneuburg werfen einige Anrainer dem Pfarrer vor, dass die Kirchenglocken zu laut und zu oft läuten. Sie haben der Stadtgemeinde ein anonymes Schreiben geschickt, in dem sie verlangen, dass die Lautstärke reduziert wird.
Die Glocken sind den Anrainern zu laut - und sie läuten zu oft.
Gesundheitliche Bedenken werden angeführt
Die Glocken der Pfarrkirche in Korneuburg am Kirchenplatz 1 läuten in der Früh, zu Mittag und am Abend und durchschnittlich ein Mal pro Tag wird zur Messe zusammengeläutet. Zudem schlagt die Glocke im Viertelstundentakt - zuerst ein Mal, dann zwei Mal und zur Dreiviertelstunde drei Mal.

Einigen Anrainern ist das zu viel. In einem anonymen Schreiben äußern sie ihre Bedenken, die Initiatorin wollte aber nicht vor die "NÖ Heute"-Fernsehkamera.

"Es werden in dem Schreiben gesundheitliche Bedenken angeführt, aber vor allem dürfte es eine persönliche Störung sein", sagt Pfarrer Stefan Koller.
Stefan Koller, Pfarrer von Korneuburg (Bild: ORF NÖ)
Pfarrer Stefan Koller: "Ich werde das Gespräch mit den Anrainern suchen."
"Eine Frage unserer Kultur", meint Stefan Koller.
Pfarrer verweist auf die Tradition
Eine genaue Vorschrift, wie oft die Glocken zu läuten haben, gibt es nicht, Stefan Koller, der seit 1. Jänner 2009 Pfarrer in Korneuburg ist, verweist jedoch auf eine Tradition.

"Es ist eine Frage unserer Kultur, und es ist ja nicht nur eine christliche Angelegenheit, dass durch ein akustisches Signal zum Gottesdienst gerufen wird", erklärt der Korneuburger Pfarrer.
Welche Bedeutung haben Glocken heute?
Kritiker fordern, dass Glocken leiser läuten
In Zeiten von Mobiltelefonen und Armbanduhren habe das Läuten der Turmuhr im Viertelstundentakt, keine Bedeutung mehr, so sehen es die Kritiker des Pfarrers.

Sie verlangen von ihm, die Läutdauer und die Lautstärke auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

"Von der Lautstärke her kann ich nichts machen, denn Glocken kann man nur ein- und ausschalten", sagt Koller.
Pfarrer sucht das Gespräch mit Anrainern
Pfarrer Koller will auf jeden Fall das Gespräch mit den Anrainern suchen. Er hofft - wie auch die Verfasser des Schreibens - auf eine einvernehmliche Lösung.
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