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MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
GERICHT
Prozess: Vater erschoss Sohn
Derzeit steht in Wiener Neustadt ein 63-Jähriger vor Gericht, er soll Anfang Februar seinen Sohn in Perchtoldsdorf erschossen haben. Der Grund sollen Erbschaftsstreitigkeiten gewesen sein.
Angeklagter plädiert auf Notwehr
Auslöser der Tat soll ein Streit um eine Wohnung in Wien gewesen sein, in der der 26-jährige Sohn gewohnt hat. Zur Aussprache im Elternhaus in Perchtoldsdorf, so gibt der Vater an, habe der Sohn eine Pistole mitgebracht, die er auch gezogen habe.

In Notwehr habe er mit seinem Revolver zweimal auf seinen Sohn geschossen, einer der Schüsse war tödlich.
Aus 30 Zentimetern Entfernung geschossen
Der Staatsanwalt sieht die Tat etwas anders und glaubt nicht an Notwehr: Der Vater habe aus zehn bis 30 Zentimetern Entfernung zwei Schüsse aus einer Smith & Wesson auf den in abwehrender Haltung hockenden 26-Jährigen abgegeben. Es sei laut Staatsanwalt fraglich, ob der Sohn tatsächlich eine Spielzeugpistole mitbrachte und damit hantierte oder ob ihm die Softgun vom Vater untergeschoben wurde.
Beschuldigtem droht lebenslange Haft
Beim Prozess gilt es herauszufinden, ob der Vater in Notwehr gehandelt hat, so plädiert zumindest sein Verteidiger Thomas Kralik, oder mit Absicht.

Der Unterschied ist nicht unbeträchtlich, denn bei Notwehr wäre sogar ein Freispruch möglich, bei Mord ist der Strafrahmen 20 Jahre oder lebenslange Haft.
Urteil erst am zweiten Prozesstag
Acht Zeugen sind vorgeladen. Fünf Sachverständige sollen Gutachten liefern. Da es nicht möglich war, die fünf Sachverständigen für einen Termin zu verpflichten, wird der Prozess geteilt. Ein Urteil wird es also erst am zweiten Prozesstag, am 30. Juli, geben.
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