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MI | 11.04.2012
Nitrofilmdepot in Laxenburg (Bild: Filmarchiv Austria)
FILM
Neues Nitrofilmdepot in Laxenburg eröffnet
Das Filmarchiv Austria verfügt an seinem Standort in Laxenburg seit Dienstag über ein neues, 70.000 Filmdosen fassendes Nitrofilmdepot, das den bisher in Verwendung gestandenen Betonbunker aus den 1960er Jahren ersetzt.
Im Wiener Metro Kino gibt es anlässlich der Eröffnung die Programmreihe "NitroSessions".
Zentrum für audiovisuelles Kulturerbe
Damit sei "ein zukunftsweisendes Konservierungs- und Restaurierungszentrum für das audiovisuelle Kulturerbe Österreichs geschaffen" worden, erklärte Ernst Kieninger, Leiter des Filmarchivs Austria.

Zusammen mit dem 2004 eröffneten zentralen Sicherheitsfilmdepot und dem Aufbau der Digitalen Filmrestaurierung sei es in den vergangenen Jahren gelungen, vor den Toren Wiens eine höchsten technischen und ästhetischen Standards genügende filmarchivarische Infrastruktur zu realisieren, so Kieninger.

Die Eröffnung des neuen Gebäudes wird bis 30. September im Wiener Metro Kino mit der Programmreihe "NitroSessions" begleitet.
Nitrofilmdepot Laxenburg (Bild: Filmarchiv Austria)
Das neue Nitrofilmdepot des Filmarchivs Austria in Laxenburg.
"Der Hammelfuß", Frankreich, 1907 (Bild: Filmarchiv Austria)
"Der Hammelfuß", Frankreich 1907
Niederösterreich: Film- und Forschungsland
Claudia Schmied (SPÖ), Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, sagte bei der Eröffnung an die Adresse des Filmarchivs Austria: "Sie leisten ganz wichtige kunst- und kulturpolitische Aufgaben, nicht nur mit der Archivierung der Filme, sondern auch mit dem ganzen Bereich der Forschung und Dokumentation."

Das Nitrofilmdepot bringe einmal mehr den Film nach Niederösterreich, sagte Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP): "Niederösterreich wird immer wieder sehr gerne als Filmkulisse herangezogen. Es bringt auch wirtschaftliche Wertschöpfung in die Regionen."
"Die Frühlingsfee", Nitrofilm aus Frankreich, 1906 (Bild: Filmaarchiv Austria)
"Die Frühlingsfee", Frankreich 1906
Fünf Jahrzehnte Filmgeschichte im Depot
Die Nitrofilmsammlung stellt den historisch ältesten Bestand des Filmarchivs Austria dar und umfasst einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten seit 1895. Die ältesten Aufnahmen stammen von den Gebrüdern Lumiere.

Wie Nikolaus Wostry, Kurator der Filmsammlungen, erläuterte, sei die Aufbewahrung der Originale von größter Bedeutung, da Kopien immer mit Qualitätsverlust verbunden seien. Somit stelle das Depot eine kultur- und zeitgeschichtliche Dokumentation von singulärem Wert dar.
Nitrofilmdepot des Filmarchivs Austria in Laxenburg (Bild: Filmarchiv Laxenburg)
Die Sonne liefert den Energiebedarf für das Archiv.
Weltweit erstes Archiv in Massivholzbauweise
Basis für die Planung des Hauses war der weitreichende Einsatz erneuerbarer Baustoffe und Energiesysteme.

Als erstes Filmarchivgebäude der Welt wurde das Depot in Laxenburg in Massivholzbauweise errichtet.

Die Inspiration dazu lieferten japanische Holzboxen, in denen die ältesten Nitrofilme Japans trotz schwierigster klimatischer Bedingungen überlebt haben. Der gesamte Energiebedarf des Depots wird mit Sonnenstrom abgedeckt.
Nitrofilmdepot in Laxenburg (Bild: Filmarchiv Austria) Platz für 70.000 Filmdosen
Das in knapp drei Jahren errichtete Gebäude wurde vom Atelier Jordan aus St. Valentin (Bezirk Amstetten) geplant. Es verfügt über eine Nutzfläche von 250 Quadratmetern und eine Fassungskapazität von 70.000 Filmdosen (derzeit lagern 30.000 Rollen im Filmarchiv Austria) bei optimalen klimatischen Konditionen. Die Raumtemperatur beträgt maximal vier Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent.

Die Baukosten betrugen 750.000 Euro, das Kulturministerium sowie das Land Niederösterreich übernahmen jeweils 40 Prozent.
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