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POLITIK |
04.03.2011 |
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Auslieferungshaft über Ex-General verhängt
Am Flughafen Schwechat wurde der bosnische Ex-General Jovan Divjak festgenommen. Belgrad belastet Divjak hinsichtlich eines Angriffs im Mai 1992 auf abziehende jugoslawische Streitkräfte. Am Freitag wurde die Auslieferungshaft verhängt.
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Haft gilt zunächst für zwei Wochen
"Die Auslieferungshaft ist verhängt worden", teilte Gerichtssprecherin Christa Zemanek am Freitagnachmittag mit. Es sei aber davon auszugehen, dass Divjak dagegen Beschwerde einlegen werde.
Die Auslieferungshaft gelte zunächst einmal gemäß der üblichen Fristen für 14 Tage, hieß es. Serbien muss der österreichischen Justiz jetzt Beweisunterlagen vorzulegen. Dann wird über eine Auslieferung entschieden.
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Haftbefehl aus dem Jahre 2008. |
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Festnahme nach internationalem Haftbefehl
Am Donnerstag war Divjak über Wien nach Italien zu einem Treffen der Stiftung "Bildung baut Bosnien-Herzegowina" in Bologna unterwegs. In Schwechat endete seine Reise.
Die Festnahme sei auf Grundlage eines Haftbefehls Serbiens aus dem Jahre 2008 via Interpol erfolgt, sagte der serbische Innenminister Ivica Dacic gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug.
Vor einem Jahr war auf dem Londoner Flughafen Heathrow wegen derselben Vorwürfe auch der ehemalige bosnische Kriegspräsident Ejup Ganic festgenommen worden. Er kam später frei.
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Wer ist Jovan Divjak?
Der 1937 in Belgrad geborene Divjak war ein Oberst der jugoslawischen Streitkräfte in Sarajevo, der sich nach Ausbruch des Bosnien-Krieges im Frühjahr 1992 zunächst der bosniakischen (muslimischen) Territorialverteidigung und danach als einziger hoher serbischer Offizier auch der bosnischen Kriegsarmee (ABiH) als stellvertretender Oberbefehlshaber anschloss.
Er gehörte zu einem der beliebtesten Kommandanten der bosnischen Kriegsarmee (ABiH) und war während des dreijährigen Krieges (1992-95) für die Verteidigung von Sarajevo zuständig.
Seit dem Kriegsende war der ehemalige General in nichtstaatlichen Organisationen in Bosnien tätig. Er genießt den Ruf einer bescheidenen und hoch moralischen Person.
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Daten als Staatsgeheimnis unter Verschluss. |
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Vorfall im Mai 1992: Opferzahlen umstritten
Laut serbischen Angaben kamen bei einem Angriff der bosnischen Territorialverteidigung auf die aus Sarajevo abziehenden jugoslawischen Streitkräfte am 3. Mai 1992 42 Personen ums Leben, rund 70 wurden verletzt. Mehr als 200 Soldaten wurden gefangen genommen. Sie kamen später frei.
Die genaue Opferzahl wurde in der Tat nie festgestellt, es gab auch Augenzeugen, die über eine wesentlich kleinere Opferzahl - ein Toter und einige Verletzte - berichteten. Von den jugoslawischen Streitkräften wurden die genaue Daten als Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten.
Das serbische Innenministerium hatte im Zusammenhang mit jenem Angriff Ende 2008 eine Anklage und einen internationalen Haftbefehl gegen 19 bosnische Staatsbürger ausgestellt, unter anderem auch für die einstigen Mitglieder des bosnischen Kriegspräsidiums.
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Neuerliche Demonstrationen angekündigt. |
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Proteste in Sarajevo gegen Festnahme
Sarajevo will Divjak mit diplomatischen Mittel frei bekommen. Der bosnische Außenminister Sven Alkalaj versicherte gegenüber der Tageszeitung "Dnevni avaz", dass man alles unternehme, um Divjak freizubekommen.
Auch auf den Straßen regte sich Protest. Rund hundert Personen versammelten sich am Donnerstagabend vor der österreichischen Botschaft in Sarajevo, um gegen die Festnahme Divjaks am Flughafen Schwechat zu protestieren.
Ein neuer Protest wurde für Freitagnachmittag angekündigt.
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