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MI | 21.03 | 16:45
Wände aus Lehm (Bild: ORF NÖ)
Wände aus Lehm
Bauen mit Lehm hat eine jahrtausendealte Tradition. Früher wurden ganze Häuser damit gebaut, jetzt wird Lehm wegen seiner gesunden Eigenschaften vor allem im Innenbereich verwendet.
Lehm "arbeitet" für ein positives Raumklima. Baumeister Natur
Was früher als einfaches Baumaterial verwendet wurde, ist jetzt vor allem in Innenräumen wegen des gesunden Raumklimas gefragt, sagt "NÖ Heute"-Experte Ernst Maurer. Durch die natürliche Beschaffenheit arbeitet Lehm wortwörtlich unermüdlich für ein positives Raumklima.

Lehm hat die Eigenschaft, Wasser aus der Luft aufzunehmen und wieder abzugeben. Durch Lehm werden auch Schadstoffe aus der Luft aufgesogen und absorbiert, und weil Lehm eine sehr hohe Dichte hat, reduziert er die Belastung durch Elektrosmog.

Der weitere Vorteil eines Lehmputzes, der sehr oft in Kombination mit einer Holzriegelbauweise angewendet wird: Holz, das von Lehm umgeben ist, wird entfeuchtet und trocken gehalten, somit kann das Holz nicht von Pilzen oder Insekten befallen werden.
Lehmputz wird aufgebracht (Bild: ORF NÖ)
Zwei Techniken sind möglich. Nass oder trocken
Es gibt zwei Techniken, wie Lehm im Innenbereich an Wänden verwendet werden kann: die Nasslehmtechnik und die Trockenlehmtechnik.

Bei der ersten Variante wird der Lehmputz direkt auf das Trägerelement – meistens sind das Holzplatten – aufgebracht. Das hat aber den Nachteil, dass die Wände lang zum vollständigen Trocknen brauchen. Bei der Trockenlehmtechnik kann diese Wartezeit erheblich verkürzt werden.
Lehmwände (Bild: ORF NÖ)
Trocknungszeit maximal zwei Wochen. Vorgefertigte Platten werden verwendet
Bei Trockenlehmtechnik werden vorgefertige Lehmplatten an die Wände montiert. Diese werden dann mit Lehm verschmiert. Darauf kommt ein Glasfasergitter, das garantiert, dass der Lehmputz beim Trockenen keine Risse bekommt und die Kanten der Platten nicht sichtbar werden.

Nach einer Trocknungszeit kommt darauf dann noch eine vier bis sechs Millimeter starke Endbeschichtung mit Lehm – die Stärke richtet sich nach Körnung des Materials.

Nach ein bis zwei Wochen ist der Lehmputz völlig ausgetrocknet, dann kann mit geeigneten Naturfarben – Achtung, niemals Dispersionsfarben verwenden, diese würden die Oberfläche versiegeln, und die Lehmwand könnte nicht atmen! – die Wand mit dem gewünschten Farbton übermalt werden. Hübsch sieht aber auch die sandige Naturfarbe des Lehms aus.
"NÖ Heute", 20.6.2011