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MI | 21.03 | 16:53
Kind mit Holunderblüte (Bild:APA)
Köstliche Rezepte mit Holunderblüten
Ab jetzt haben Bienen und Feinschmecker einen gemeinsamen Schwarm. Denn bevor im Herbst die Beeren kommen, verströmt jetzt die cremeweiße Holunderblüte ihren Duft und lädt uns zum Essen ein. Andrea Karrer hat ein paar Tipps parat.
Geschichte des Holunders
„Vor dem Holunder muss man den Hut nehmen.“ lautet ein alter Bauernspruch und auch heute noch begegnet man in vielen Gebieten dem Holunder mit großem Respekt.

Bei den Kelten galt der Holunder als heiliger Baum und ist seitdem untrennbar mit der Göttin Holla, besser als Frau Holle bekannt, verbunden.

1998 wurde der Holunderbaum zur „Heilpflanze des Jahres“ erklärt. In nahezu allen Teilen, von der Wurzel über die Rinde bis zu den Blättern, Blüten und Früchten des Strauches stecken heilsame Kräfte. In der Blütezeit hat der Baum einen intensiven Duft, der leicht narkotisierend wirkt und so kam der Holunder auch in den Ruf eines Hexenkrauts.
Vorsicht beim Sammeln
Ernten Sie nie Blüten von Holundersträuchern, die in der Nähe von Straßen, Autobahnen oder Industriegebieten wachsen, sondern an unbelasteten Plätzen. Sie bringen sonst eine Köstlichkeit mit nach Hause, die mit Schadstoffen angereichert ist.

Am aromatischsten sind Blüten, die vormittags nach einer Trockenperiode gepflückt werden. Nachh längeren Hitzeperioden verlieren die Blüten ihren intensiven Geschmack. Man nimmt nur die voll erblühten Dolden und befreit sie noch im Gelände vor etwaigen Insekten, und das gelingt am besten durch entschlossenes Schütteln.

Um die Dolden nach Hause zu bringen, ist es ratsam, sie in ein Plastiksackerl geben. So halten sie im Kühlschrank etwa 2-3 Tage.
Holunderblütenomelette
Zutaten für 4 Portionen
Omelettenteig:
4 dag Butter
¼ l Bier
22 dag Mehl
2 Esslöffel Staubzucker
Schale von ½ Zitrone (unbehandelt), abgerieben
½ Kaffeelöffel Salz
½-1 Kaffeelöffel Backpulver
4 Eier
10-12 reife, eher kleinere Holunderblüten
Butter zum Ausbacken
Staubzucker zum Bestreuen
Holunderblütensirup
Zitronensaft
Zubereitung
Omelettenteig: Bier mit Mehl Zucker, Zitronenschale, Salz sowie Backpulver glatt rühren. Eier trennen. Dotter unter den Teig rühren; Teig zugedeckt etwa 20 Minuten rasten lassen. Butter schmelzen und überkühlen lassen. Eiklar steif schlagen. Butter unter den Teig rühren, anschließend Schnee unterheben.
Holunderblüten in kleinere Portionen schneiden. Wenig Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen. Mit einem Schöpfer etwas Teig eingießen und bei geringer Hitze anbacken, mit Blüten bestreuen.

Sobald die Unterseite hellbraun ist, Omelette wenden und fertig backen. Auf einen Teller gleiten lassen und im vorgeheizten Rohr bei 50 °C warm stellen. So fortfahren bis der Teig und die Blüten aufgebraucht sind. Omeletten zusammen klappen, mit Holundersirup sowie Zitronensaft beträufeln, mit Staubzucker bestreuen und sofort servieren.
Hollerblüten-Milchweckerln
Zutaten für 8 Stück
Germteig:
2 dag frische Germ
¼ lauwarme Milch
8 dag Zucker
10 dag weiche Butter
6 Holunderblüten
50 dag Mehl (glatt)
1 Kaffeelöffel Salz
1 Ei
Mehl zum Ausarbeiten

Butter für die Form
Zum Bestreichen:
4 Esslöffel Milch
2 Kaffeelöffel Staubzucker
1 Briefchen Safran
Zubereitung
Germteig: Germ in 4 Esslöffel lauwarmer Milch zerbröseln und mit 1 Esslöffel Zucker glatt rühren. Zugedeckt etwa 10 Minuten gehen lassen. Inzwischen Butter in der restlichen Milch schmelzen. Holunderblüten grob abrebeln und mit Mehl sowie Salz vermengen. Ei verquirlen. Aufgelöste Germ und Milch-Butter zum Mehl geben und alles mit dem Knethaken des Handrührgerätes zu einem glatten Germteig verarbeiten. Teig zugedeckt etwa 50 Minuten gehen lassen. Hinweis: Das Volumen soll sich verdoppeln.

Teig mit den Händen auf bemehlter Arbeitsfläche nochmals kräftig durchkneten, in 8 Portionen teilen und diese zu 8 Kugeln „schleifen“ (Mit der hohlen Hand unter kräftigem Druck so lange rollen, bis schöne Kugeln mit seidig glänzender glatter Oberfläche entstehen.).

Kugeln in eine bebutterte Form (Länge etwa 25 cm) legen und zugedeckt etwa 30 Minuten gehen lassen. Milch mit Staubzucker und Safran verrühren. die Oberfläche der Weckerln mit etwa der halben Safran-Milch bestreichen und im vorgeheizten Rohr bei 200 °C etwa 25 Minuten backen; aus dem Rohr nehmen und noch heiß mit restlicher Safran Milch bestreichen. Mit Butter, Marmelade und/oder Kompott servieren.
Tipp: Schmeckt auch getoastet sehr gut.