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MI | 21.03 | 16:45
Bohnenernte (Bild: dpa/Patrick Pleul)
So schmackhaft können Fisolen sein
"Es war schön anzuschauen: Meine Oma hatte eine bunte Palette an Fisolen in ihrem Garten, von grünen, violetten, schwarzen und gefleckten Schoten." Radio NÖ-Köchin Andrea Karrer kennt viele schmackhafte Fisolen-Rezepte.
Busch-, Butter-, Stangen- und Spargelbohnen. Die Vielfalt ist groß
Es war schön, wenn sich die Pflanzen an den Bohnenstangen empor rankten, als gäbe es keine Erdanziehungskraft.

Ernüchternd bescheiden fällt dagegen das Angebot in den Supermärkten aus. Meist handelt es sich um die schmalen, 10-15 cm langen Buschbohnen. Besonders zart schmecken die kurzhülsigen Prinzessbohnen. Gelbe Fisolen werden als Wachs- oder Butterbohnen bezeichnet. Geschmacklich ist der Unterschied gering, optisch ein Vergnügen!

Immer häufiger anzutreffen sind die bis 25 cm langen Stangenbohnen, schmal oder breit, grün oder gelb. Und dann gibt es noch die Spargel- oder Schlangenbohnen, die bis zu 60 cm lang werden.
Woran erkennt man frische Fisolen?
Fisolen gehören zur Familie der Hülsenfrüchte, die eine weit verzweigte Verwandtschaft haben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Stangen- und Buschbohnen. Buschbohnen wachsen als niedrige Sträucher, Stangenbohnen sind rankende Pflanzen.

Woran erkennt man frische Fisolen? Zunächst an der Farbe: Sie sollte kräftig und satt sein. Ein weiteres Kriterium ist die Konsistenz. Fisolen sind in frischem Zustand sehr knackig und brechen, wenn man sie biegt. Die entstandene Bruchstelle sollte ebenfalls grün und saftig sein.
Bohnenernte (Bild:dpa/pleul)
Fisolen können nur einige Tage im Kühlschrank gelagert werden. Fisolen eignen sich gut zum Tiefkühlen
Leider bleiben Fisolen nicht sehr lange knackig. Sie werden sehr schnell lasch, deshalb kann man sie nur wenige Tage im Gemüsefach des Kühlschrankes lagern. Am besten schmecken Sie natürlich ganz frisch zubereitet.

Natürlich eignen sich Fisolen wunderbar zum Tiefkühlen. Dafür dürfen sie ruhig noch roh sein. Werden sie allerdings später aufgetaut, verlieren sie etwas ihrer kräftigen Farbe. Um Fisolen trotz Einfrierens auch wirklich grün zu erhalten, kann man sie zuvor kurz blanchieren.
Die Zubereitung ist einfach
Auch die Zubereitung von Fisolen ist recht simpel. Man schneidet einfach auf beiden Seiten die Enden ab und entfernt ggf. die an der Fisole entlang laufenden Fäden. Fisolen erweckten bei Hausfrauen wegen des oft mühsamen Fädenziehens beim Putzen keine besondere Zuneigung. Diese mühsame Tätigkeit ist überwiegend Vergangenheit. Neueren Züchtungen hat man diese Faxen abgewöhnt.

Dann schneidet man die Stangen einfach auf die gewünschte Länge und dämpft oder kocht sie für mind. 10-15 min. Da grüne Bohnen unterschiedlich groß und dick sind, ist das allerdings das absolute Minimum an Garzeit und gilt für zarte, kleine grüne Fisolen (Prinzessbohnen).
Was kann man machen, damit Fisolen beim Kochen nicht ihre Farbe verlieren? Fisolen sind vielseitig einsetzbar
Zarte Fisolen und gelbe Fisolen (=Wachsbohnen) eignen sich gut für Salate oder als Beilage zu Fisch und Fleisch. Die festeren Varianten, z.B. breite Fisolen, werden eher für Eintöpfe verwendet. Eine klassische Zubereitungsart für Fisolen ist, sie in Speck zu wickeln oder mit Speck und Zwiebeln gebraten zu reichen. Herrlich passen Dille, Bohnenkraut (nomen est omen!), Majoran, Petersilie als Kräuterpartner.

Tipps: Damit Fisolen beim Kochen ihre Farbe nicht verlieren, kann man einen Teelöffel Natron oder Backpulver zum Wasser geben. Butter oder Olivenöl verstärken, nach dem Garen hinzugefügt, das Aroma und machen Fisolen noch schmackhafter.
Kümmel hilft gegen die Blähstoffe
Trotz ausreichender Garzeit enthalten Fisolen häufig noch Blähstoffe. Die Zugabe von Kümmel, Koriander oder Bohnenkraut machen grüne Bohnen leichter verdaulich.

Ganz wichtig: Rohe Fisolen enthalten ein Eiweiß (Phasin), welches schwere Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen kann. Erst durch Kochen (etwa 10 Minuten) oder durch Milchsäuregärung wird dieser Stoff zersetzt.
Kalbfleisch-Fisolen-Rouladen
Zutaten für 4 Portionen
Sauce:
500 g Paradeiser
1 Zwiebel
1 EL Öl
1/2 -1 TL Zucker
abgeriebene Schale von ½ Zitrone (unbehandelt)
1/4 TL Kümmel
1/2 Pfefferschote, entkernt
500 g zarte, grüne Fisolen
Salz
4 Kalbschnitzel (à etwa 100 g)
8 Scheiben Hamburgerspeck
1 1/2 TL Senf
Pfeffer aus der Mühle
1 EL Öl
1 EL Butter
Die Zubereitung
Sauce: Paradeiser waschen, putzen, in Würfel schneiden. Zwiebel schälen, klein hacken und in erhitztem Öl glasig anrösten. Zucker einstreuen, Paradeiser beifügen und zugedeckt bei geringer Hitze etwa 20 Minuten garen lassen. Zitronenschale mit Kümmel im Mörser fein zerstoßen und mit der Pfefferschote in die Paradeisersauce geben; weitere 10 Minuten kochen lassen und mit Salz sowie Pfeffer abschmecken.

Fisolen putzen und in Salzwasser etwa 5 Minuten kochen, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen.

Schnitzel der Länge nach halbieren. Speckscheiben auflegen, mit je einem Schnitzel belegen, Schnitzel mit Salz und Pfeffer würzen und mit Senf bestreichen. Jeweils etwa 10-12 Fisolen zusammenfassen und mit einem Speck-Schnitzel umwickeln, Enden mit Zahnstochern fixieren.

Öl mit Butter erhitzen und die Rouladen darin rundum etwa 1 Minute kräftig anbraten, in die Paradeisersauce legen und zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten dünsten.
Fisolen in Knoblauchbröseln
Zutaten für 4 Portionen (als Beilage)
500 g Fisolen
Salz
6 EL Petersilie, gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
4 EL Olivenöl
50 g Butter
80 g Semmelbrösel
Eine herrliche Beilage zu Lamm, Huhn oder Schwein! Die Zubereitung
Fisolen waschen, putzen, in Salzwasser bissfest kochen, abseihen: warm stellen. Petersilie und Knoblauch in Öl anrösten. Butter beifügen, schmelzen lassen, Bröseln untermengen und etwa 4 Minuten rösten. Fisolen mit den Bröseln gut vermengen. Mit Salz sowie Pfeffer würzen.
"Radio NÖ am Vormittag", 10.9.11