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MI | 11.04.2012
Rudolf Nürnberger (Bild: APA)
Metallergewerkschaft
Rudolf Nürnberger tritt ab
Rudolf Nürnberger tritt nach 18 Jahren als Vorsitzender der Metallergewerkschaft überraschend ab. Der gebürtige Niederösterreicher wird beim kommenden Kongress im Mai nicht mehr kandidieren.
Erich Foglar folgt Nürnberger nach
Nürnberger legt auch den Posten als Vorsitzender der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter nieder. In der Metallergewerkschaft folgt auf ihn ÖGB-Finanzchef Erich Foglar, der bisher als Zentralsekretär tätig war.

Der entsprechende Beschluss im Zentralvorstand Dienstagvormittag fiel laut Aussendung einstimmig. Er will sich ins Privatleben zurückziehen.
Galt als der mächtigste Mann des ÖGB
Rudolf Nürnberger wurde am 5. September 1945 in Lassee geboren und absolvierte eine Lehre als Werkzeugmacher. 1972 wurde er Sekretär bei der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie. Acht Jahre später dann Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie und 1988 dann Vorsitzender der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie.

Der 60-jährige Nürnberger galt in seiner Funktion als FSG-Chef als der mächtigste Mann des ÖGB. Ohne seine Zustimmung ging im Gewerkschaftsbund über Jahre hinweg gar nichts. Den Einfluss seiner Metaller baute er durch diverse Fusionen aus.
Ab Mai 230.000 Mitglieder
Im Mai wird beispielsweise die Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) in den Metallern praktisch aufgehen.

Die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und die ANG zählt dann mehr als 230.000 Mitglieder und wird hinter der GPA zur Nummer zwei im ÖGB.
Nicht-Unterschrift bei Regierungsbildung
In den Blickpunkt der Tagespolitik geriet Nürnberger vor allem rund um die Regierungsbildung 1999/2000, als die ÖVP seine Nicht-Unterschrift unter den Regierungspakt zum Anlass für das Scheitern einer Neuauflage der großen Koalition nahm.

Nürnberger begründet sein Verhalten bis heute damit, dass das Paket in der FSG auf Grund der geplanten Einschnitte im Sozialbereich - Stichwort Pensionsreform - nicht auf Akzeptanz gestoßen sei.

Er will sich ins Privatleben zurückziehen. Der begeisterte Modelleisenbahnbauer ist Vater eines Sohnes.
Erich Foglar gilt als Ziehsohn Nürnbergers
Der designierte Metallerchef, Erich Foglar (50), gilt als Ziehsohn Nürnbergers. Seit 1992 ist er Zentralsekretär der GMT. Im Zuge der Turbulenzen rund um den BAWAG-Skandal wurde Foglar vor drei Wochen zum neuen Finanzreferenten des ÖGB und damit zum Nachfolger von Günter Weninger gekürt.
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