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MI | 11.04.2012
Kuschelzelle (Bild: ORF)
Krems-Stein
"Kuschelzelle" geöffnet
Für viel Aufregung hat die "Kuschelzelle" der Justizanstalt Krems-Stein gesorgt. Seit Dienstag können in diesem Raum Häftlinge unbeobachtet ihre Angehörigen treffen.
30 m2 für Zweisamkeit
In der Justizanstalt Krems-Stein sitzen 800 Häftlinge ein. Wenn die Insassen Besuch bekommen, ist Körperkontakt streng verboten. Mit der Einrichtung des Langzeitbesucherraumes soll ein Aufrechterhalten der sozialen Kontakte besser möglich sein.

Der rund 30 Quadratmeter große Raum ist wie eine kleine Wohnung eingerichtet, für Kinder gibt es Spielzeug. Ein Besuch von Angehörigen darf drei Stunden dauern, in dieser Zeit sind Häftling und Angehörige unbeobachtet, aber auch eingesperrt.
Blick in die Kuschelzelle (Bild: ORF)
Nicht jeder Häftling darf in die "Kuschelzelle"
Mit einem internen Telefon ist jederzeit Kontakt zur Wache möglich. Nicht jeder Häftling kann dieses Privileg in Anspruch nehmen. Schwerverbrecher sind ebenso ausgeschlossen wie Häftlinge, die ohnehin Ausgang haben. So bleiben rund dreihundert Insassen, die bei guter Führung die "Kuschelzelle" nutzen dürfen.

Intime Kontakte sind zwar möglich, gegen den Begriff "Sexzelle" wehrt man sich aber vehement. Der Raum soll ein Instrument zur Resozialisierung sein, so die Verantwortlichen.
Blick in die Kuschelzelle (Bild: ORF)
30 Anträge liegen vor
Seit Dienstag besteht die Möglichkeit, diesen Raum zu nützen, bis jetzt liegen dreißig Anträge von Häftlingen vor, die hier ihre Familien oder Partner treffen wollen.

Nach und nach sollen solche Zellen auch in den anderen Gefängnissen eingerichtet werden, in der Frauenjustizanstalt Schwarzau etwa wird schon daran gearbeitet.
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