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MI | 11.04.2012
Gottfried Biegelmeier (Bild: ORF NÖ)
Wissenschaft
Erfinder des FI-Schalters gestorben
Der österreichische Physiker und Erfinder des FI-Schalters, Gottfried Biegelmeier, ist tot. Sein ehemaliger Arbeitgeber, die Firma Moeller in Schrems, hat am Dienstag bekannt gegeben, dass Biegelmeier bereits am 8. Juli in Lunz am See verstorben ist.
Spezialist für Schutztechnik
Biegelmeier, geboren 1924 in Wien, studierte Physik an der Wiener Universität und promovierte 1949. Seine Berufslaufbahn begann er bei den Prüfstellen der Elektrizitätswerke und im Wiener Arsenal.

Ab 1957 leitete er die Entwicklungsabteilung der ehemaligen Firma Felten & Guilleaume, der heutigen Moeller Gebäudeautomation, in Schrems, wo er den Fehlerstromschutzschalter und den Spannungsschutzschalter entwickelte. Seine Spezialgebiete waren Schutztechnik und Schutzmaßnahmen.
FI-Schalter (Bild: ORF NÖ) 1957 Furore mit FI-Schalter gemacht
Es war das Österreichische Patent Nummer 197468, mit dem Biegelmeier 1957 erstmals Furore machte: die Idee, für die Auslösung von Fehlerstrom-Schutzschaltern das Prinzip der Energiespeicherung anzuwenden.

Im Jahr 1960 brachte Felten & Guilleaume zum ersten Mal einen hoch empfindlichen netzspannungsunabhängigen FI-Schutzschalter auf den Markt. Der Umsatz schnellte daraufhin von rund 40 auf 260 Millionen Schilling Umsatz empor und die Mitarbeiteranzahl verdoppelte sich, resümiert das Unternehmen heute.
Was kann der Fehlerstromschutzschalter?
Der Fehlerstromschutzschalter, in der EU genormte Bezeichnung RCD (ohne Hilfsenergie), ältere Kurzform FI-Schalter (F für Fehler, I für das Formelzeichen des Stroms), engl. Residual Current protective Device (RCD) genannt, ist eine Schutzeinrichtung in Stromnetzen.

Er trennt den angeschlossenen, überwachten Stromkreis vom restlichen Stromnetz, wenn Strom auf falschem Weg, etwa durch den Körper einer Person, fließt. Dazu vergleicht der RCD die Stromstärke des ausgehenden Stromes mit der Stärke des zurückfließenden Stromes. In Europa werden RCD heutzutage normalerweise im Sicherungskasten zusätzlich zu Überstrom-Schutzeinrichtungen (Leitungsschutzschalter, Schmelzsicherungen) installiert, in Nordamerika sind sie meist in Steckdosen integriert.

Quelle: Wikipedia
Gottfried Biegelmeier bei Selbstversuchen im Jahr 1957 (Bild: ORF NÖ)
Gottfried Biegelmeier bei Selbstversuchen
Gottfried Biegelmeier bei Selbstversuchen im Jahr 1957 (Bild: ORF NÖ) Zahlreiche Erfindungen und Ehrungen
In den 1970er Jahren ersann Biegelmeier eine neue Technik, bestehend aus Basis-, Fehler- und Zusatzschutz, um Menschen auch dann vor Stromschlägen zu bewahren, wenn sie bei einem defekten Gerät versehentlich spannungsführende Metallteile berühren. 1987 knackte er mit einer Kurzzeitverzögerung das Problem von Fehlauslösungen infolge eines Gewitters.

2003 und 2004 ließ der mittlerweile 80-jährige Professor mit zwei weiteren Patenten aufhorchen. Für seine Forschungen erhielt er in- und ausländische Ehrungen, beispielsweise 1993 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.
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