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MI | 11.04.2012
Hochwasser (Bild: ORF)
Hochwasser
Keine Entspannung
In den Hochwassergebieten gibt es weiter keine Entspannung. Der Regen hält an, die Zubringerflüsse zur Donau steigen weiter. Inzwischen hat das Hochwasser auch die Landeshauptstadt St. Pölten erreicht.
Einsatz bei Pottenbrunn (Bild: Magistrat St. Pölten) Fluten erreichen St. Pölten
Im südlichen Stadtteil Ochsenburg trat die Traisen über die Ufer - und das Wasser steigt weiterhin rasend schnell an.

Südlich der Ochsenburger-Brücke sind Gärten und Wege überflutet. Bürgermeister Matthias Stadler hat Großalarm ausgelöst.

Teams des Wirtschaftshofs der Stadt sind bereits unterwegs, die Feuerwehr befüllt gerade zusätzliche Sandsäcke. Damit sollen Schutzwälle errichtet werden, um die Siedlungen vor den Fluten zu retten.

Die Stadt rechnet mit einem weiteren raschen Ansteigen der Traisen. Im Stadtteil St. Pölten-Wagram wird bereits der mobile Hochwasserschutz montiert.
Starker Regen lässt Pegel weiter steigen
Zugespitzt hat sich die Situation auch im Raum Ybbsitz. Dort sind zahlreiche Straßen überflutet, Ybbsitz steht teilweise unter Wasser. Etwa 30 Häuser sind betroffen. Die Feuerwehr muss ständig Keller auspumpen und Sicherungsarbeiten durchführen. Evakuierungen waren aber bisher nicht nötig.

In der Früh lag der Pegel der kleinen Ybbs bei 3 Metern 80 und damit bei der Hochwassermarke von 2002 - Tendenz steigend.

Nicht nur die Ybbs, auch die anderen südlichen Donauzubringer werden weiter steigen, vor allem jene der Traisen und Erlauf, sagt Christian Krammer vom Hydrografischen Dienst:

"Die Zubringer, die schon gefallen sind, haben jetzt eine zweite Welle, sind im Ansteigen begriffen. Wir haben jetzt im Mostviertel, im Waldviertel großteils das einjährliche Hochwasser überschritten. Wir erwarten noch ein weiteres Steigen das ungefähr bis in den Bereich des fünfjährlichen Hochwassers gehen wird."
Traisen bei Lilienfeld (Bild: APA/Helmut Fohringer) Traisenufer mit Sandsäcken gesichert
In Lilienfeld, das am Donnerstagvormittag zum Katastrophengebiet erklärt worden war, kontrollierte die Feuerwehr über Nacht laufend die Sandsackdämme.

Immer wieder mussten Verklausungen unter Brücken ausgeräumt werden, die Dämme haben aber gehalten.

In den Morgenstunden stieg die Traisen im Bereich von Schrammbach neuerlich um 20 Zentimeter auf einen Pegel von 3 Metern 20 - Tendenz steigend.

Laut Helmut Warta, dem Bezirksfeuerwehrkommandanten von Lilienfeld, liegt man derzeit im Bereich eines fünf- bis 10-jährlichen Hochwassers. Dem sollten die Dämme, die zwei Siedlungen schützen, standhalten, heißt es.

Demnächst sollten die Niederschläge aber nachlassen und die Pegelstände der Donauzubringer wieder sinken.
Mobiler Hochwasserschutz (Bild: APA) Mobiler Hochwasserschutz in Krems
Anders entlang der Donau - dort wird der Höchststand bei Kienstock erst am Freitagnachmittag erwartet - in der Früh lagen die Prognosen bei 9 Metern 20. Damit sollte das Hochwasser an der Donau unter einem 20-jährlichen bleiben.

In Krems und in Mautern wurde bereits der mobile Hochwasserschutz aufgebaut. In Spitz haben schon am Donnerstagabend Bundesheersoldaten Betontrennteile aufgestellt, um den Ort vor Überflutungen zu schützen.
Land sagt rasche Hilfe zu
"Rasche Hilfe" für die vom Hochwasser Betroffenen hat Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) am Freitag angekündigt. In der Sitzung der Landesregierung in der kommenden Woche sollen erste finanzielle Hilfsmittel freigegeben werden. "Diese Gelder sollen sowohl Privaten als auch Institutionen und Gemeinden zugutekommen", so Pröll laut NÖ Landespressedienst.

Niederösterreichs Gemeindereferentin, Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi (SPÖ) dankte den Einsatzkräften. "Es tut gut, zu wissen, dass auf die Feuerwehr in Niederösterreich immer Verlass ist. Rasche Hilfe zählt immer doppelt", meinte Onodi in einer Aussendung.
Landesführungsstab koordiniert Einsätze
Alle Maßnahmen zum Schutz vor dem Hochwasser werden vom Landesführungsstab koordiniert, er wurde von Katastrophenschutzlandesrat Josef Plank (ÖVP) eingesetzt.

Durch den Katastrophenhilfsdienst der Feuerwehren stehen auch genug Einsatzkräfte, wenn notwendig auch aus anderen Bezirken, zur Verfügung sagt Plank:

"Damit haben wir gute Möglichkeiten, um wirklich notwendige Sicherungsarbeiten durchzuführen. Das Ausmaß der nötigen Hilfe wird natürlich immer wieder vor Ort entschieden."
Keine Bergtouren unternehmen
Der Lawinenwarndienst des Landes NÖ rät, derzeit auf keinen Fall Bergtouren zu unternehmen. Vor allem von Touren auf die Rax und auf den Schneeberg ist auf Grund der hohen Lawinengefahr dringend abzuraten!
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