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MI | 11.04.2012
Dürnrohr (Bild: AVN)
Dürnrohr
EVN-Fernwärme versorgt ab 2009 St. Pölten
Die AVN, eine Tochter der EVN, erweitert die seit 2004 bestehende Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr (Bez. Tulln). Dadurch kann die EVN die Landeshauptstadt St. Pölten ab der Heizsaison 2009/10 mit Fernwärme versorgen.
200 Millionen Euro werden investiert
Am Montag fand in Dürnrohr die Grundsteinlegung für die "Linie 3" der thermischen Abfallverwertungsanlage durch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll (ÖVP) statt. Statt wie bisher 300.000 Tonnen Müll können ab 2009 in Dürnrohr 500.000 Tonnen Müll im Jahr verbrannt werden.

In Bau befindet sich auch eine Biomasse-Versuchsanlage, die in einem industriellen Verfahren Biogas erzeugt sowie eine Fernwärmeleitung nach St. Pölten. Insgesamt werden in den kommenden Jahren im niederösterreichischen Zentralraum etwa 200 Millionen Euro investiert.
Dürnrohr (Bild: AVN) Strom aus Müll für 100.000 Haushalte
Die Grundsteinlegung für die Linie 3 der thermischen Abfallverwertungsanlage nahmen am Montag Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und EVN- Vorstandssprecher Burkhard Hofer vor.
Seit der Inbetriebnahme der ersten beiden Verbrennungslinien am 1. Jänner 2004 wurden von der AVN bereits 1,370.000 Tonnen Abfall thermisch behandelt. Der bei der Müllverbrennung entstehende Prozessdampf wird mittels Rohrleitung in das benachbarte Wärmekraftwerk geleitet und statt fossiler Brennstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Pro Jahr erzeugt die EVN aus dem Energieinhalt des Abfalls Strom für mehr als 100.000 niederösterreichische Haushalte.
Pröll: "Eine Referenzanlage für das Land"
Landeshauptmann Pröll bezeichnete das Projekt als Referenzanlage für das Land, die zeige, wie in Niederösterreich Großprojekte in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung umgesetzt werden. Dieses Vorhaben trage nicht nur dem Klimaschutz und der Nachhaltigkeit in Niederösterreich Rechnung, sondern gewährleiste bei der Energieversorgung auch Sicherheit und Unabhängigkeit für die nächsten Jahre.
Mehr über Stromerzeugung aus Abfall
Pro Jahr erzeugt die EVN aus dem Energieinhalt des Abfalls Strom für über 100.000 niederösterreichische Haushalte. Mit der Fertigstellung der Linie 3 im Jahr 2009 steigt die Verbrennungskapazität der Gesamtanlage von 300.000 Tonnen auf über 500.000 Tonnen Abfall im Jahr.

Mit der über 31 Kilometer langen Fernwärmeleitung von Dürnrohr bis St. Pölten sollen in Zukunft bis zu 200 Gigawattstunden Fernwärme pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. Bis zu 20.000 Kunden können so zusätzlich mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden.

Die Investitionskosten betragen rund 35 Millionen Euro. Mit der Errichtung der Fernwärme-Transportleitung wird bereits in den nächsten Wochen begonnen, die Bauzeit beträgt rund 18 Monate.
Dürnrohr (Bild: AVN) Fernwärme für die Landeshauptstadt
Ab der Heizsaison 2009/10 wird die EVN zwei Drittel der benötigten Fernwärme zur Versorgung St. Pöltens aus ihren Kraftwerksanlagen in Dürnrohr/ Zwentendorf zur Verfügung stellen. Über eine 31 Kilometer lange Transportleitung - die längste Österreichs - werden ab diesem Zeitpunkt rund 200 GWh Fernwärme pro Jahr an Kunden in der Landeshauptstadt geliefert werden.

Die Wärme stammt aus drei Quellen: Müllverbrennungsanlage, Wärmekraftwerk Dürnrohr und Biomasseanlage. Alleine die Nutzung der Abwärme aus diesen Anlagen werde etwa 21 Mio. Tonnen Erdgas pro Jahr und mehr als 40.000 Jahrestonnen an CO2-Emissionen in St. Pölten sparen. Zur Realisierung des Vorhabens gliedert die Stadt St. Pölten ihre Fernwärmeaktivitäten aus den Stadtwerken in eine eigene Gesellschaft aus, an der die EVN 49 Prozent erwirbt.
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