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MI | 11.04.2012
Madeleine Petrovic beim Landeskongress (Bild: ORF NÖ)
Politik
Petrovic als Landessprecherin bestätigt
Madeleine Petrovic ist beim Landeskongress der Grünen am Sonntag in Altlengbach (Bezirk St. Pölten) mit 132 von 153 gültigen Stimmen als Landessprecherin bestätigt worden. Sie war die einzige Kandidatin für diese Funktion.
Petrovic erhielt 86,27 Prozent
86, 27 Prozent Zustimmung am Sonntag bedeuteten sogar einen Zugewinn gegenüber ihrer Wiederwahl beim Landeskongress im November 2005. Damals hatte die grüne Frontfrau 80 Prozent erzielt.
Ziel bei Landtagswahl war "hoch gesteckt"
Madeleine Petrovic sprach zuvor von einem "trotz Fehlern" besten Wahlkämpfe ihrer politischen Laufbahn. Das Ziel sei hoch gesteckt gewesen, angesichts des "riesigen" Wahlkampfeinsatzes der ÖVP und auch des zu erwartenden "sich Erfangens" der FPÖ nach Knittelfeld sei nicht mehr möglich gewesen.
Madeleine Petrovic (Bild: ORF NÖ)
Madeleine Petrovic beim Landeskongress in Altlengbach.
Petrovic: "Müssen Bevölkerung erreichen"
Sie sei keineswegs "amtsmüde", bekannte sie ihre unveränderte Ambition ein, sich mit der "absoluten Macht" der Volkspartei im Land auseinanderszusetzen.

Auftrag aus dem Wahlergebnis sei, sich noch stärker dem Kontrollauftrag zu widmen. Thematisch würden die Grünen "goldrichtig" liegen - 90 Prozent der politischen Tätigkeit sollte in den Regionen stattfinden: "Wir müssen die Bevölkerung erreichen", so Petrovic.
Madeleine Petrovic und Thomas Huber (Bild: ORF NÖ)
Madeleine Petrovic und Thomas Huber.
Huber: "Schwierige Lage vor der Wahl"
Landesgeschäftsführer Thomas Huber hatte eingangs in seinem Rechenschaftsbericht die - schwierige - Stimmungslage vor der Landtagswahl am 9. März beleuchtet, wonach u.a. sogar 50 Prozent der Grünsympathisanten Erwin Pröll (ÖVP) als Landeshauptmann wünschten.

Huber verteidigte die grüne Wahlkampfstrategie "Madeleine Petrovic in die Landesregierung", räumte aber ein, dass die Ansage einer gleichzeitigen Kontrollfunktion in den Augen der Öffentlichkeit dazu im Widerspruch stand, was eine "Schwachstelle" war.
Nächstes Ziel: Gemeinderatswahlen 2010
Den Versuch, die grünen Kernthemen Klimaschutz und Verkehrspolitik zu positionieren, bezeichnete Huber als nicht ganz gelungen. Es gelte insbesondere im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen im Jahr 2010, "Probleme vor Ort" wie etwa des rasant zunehmenden Lkw-Transits in der Ostregion anzusprechen.

Der inhaltliche Diskurs soll bei einer Landestagung Ende April geführt werden. Es gehe aber auch um die künftige Strategie des Umganges mit Pröll - die Grünen seien nun die einzige Opposition im Landtag, so Huber.
Teilweise emotional geführte Debatte
In diversen Wortmeldungen wurde im Zusammenhang mit dem vergangenen Wahlkampf Kritik geäußert, u.a. am "schwarz-grünen Kuschelkurs" und an den "langgedienten" Landtagsabgeordneten. Überdies müsste die Jugend verstärkt eingebunden werden.

Die Grünen seien professioneller geworden, hätten aber zugleich an Bodenständigkeit verloren, hieß es in der emotional geführten Debatte weiter. Landtagsabgeordneter Martin Fasan wandte sich in einer Replik gegen persönliche Beschimpfungen, auch anderer Parteien: Das habe auf einem grünen Landeskongress nichts verloren.
Thomas Huber: 64,56 Prozent, Raimund Holzer: 35,44 Prozent.
Thomas Huber bleibt Geschäftsführer
Bei der Wahl des Landesgeschäftsführers setzte sich der seit fast acht Jahren amtierende Thomas Huber klar gegen seinen Gegenkandidaten durch: Auf Huber entfielen 64,56 Prozent der Delegiertenstimmen, auf den Scheibbser Stadtrat Raimund Holzer 35,44 Prozent.
Thomas Huber (Bild: ORF NÖ)
Thomas Huber
Zentrale Anlaufstelle geplant
Der 40-jährige Huber, der beim Landeskongress im November 2005 als damals einziger Kandidat mit 82 Prozent wiedergewählt worden war, verwies in seiner Rede u.a. auf den erfolgten Ausbau der Parteistrukturen in den Bezirken (derzeit gibt es 100 Ortsgruppen in Niederösterreich).

Künftiger Arbeitsschwerpunkt sei die Vorbereitung auf die Gemeinderatswahlen 2010, außerdem kündigte Huber die Einrichtung eines Gemeindereferates als zentrale Anlaufstelle für die Information von unten nach oben und umgekehrt an.

Der 50-jährige Raimund Holzer hatte im vorangegangenen Hearing betont, dass bei den Grünen Teamarbeit und Zusammengehörigkeitsgefühl wieder forciert werden müssten.
Weitere Wahl-Ergebnisse
Elisabeth Kerschbaum behält ihr Mandat im Bundesrat, und Susanne Jansky bleibt Finanzreferentin. Neben Petrovic, Huber und Jansky sind im siebenköpfigen Vorstand nun Christian Apl, Hikmet Arslan (23, Student), Gabriele Hollinek (Gemeinderätin in Wolfsgraben) und (seit 1996) Sepp Wimmer, Stadtrat in Klosterneuburg.
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