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MI | 11.04.2012
Landesklinikum Amstetten (Bild: ORF NÖ)
Chronik
Verschwundene Mutter: Behörden ratlos
Der Fall einer 42-jährigen Frau, die ihr todkrankes Kind in Amstetten den Großeltern überlassen hat, gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Von der Mutter fehlt jede Spur, sie ist seit 1984 auf keiner Behörde mehr gemeldet.
Aufenthaltsort von zwei Kindern unbekannt
Insgesamt hat die Frau sechs Kinder. Drei davon gehen in Amstetten in die Schule. "Sie sind sehr brave Kinder und haben guten Schulerfolg", sagt Hans Lenze, der Bezirkshauptmann von Amstetten.

Neben Kerstin, die die Mutter am Samstag todkrank und bewusstlos bei ihren Eltern abgab, weiß die Behörde noch von zwei weiteren Kindern. "Wo sie sich aufhalten, wissen wir nicht", so Lenze.
Die 19-jährige Tochter liegt im Krankenhaus Amstetten auf der Intensivstation. Ihr geht es nicht besonders gut, heißt es.
"Sucht mich nicht, es wäre zwecklos"
Vermutlich sind die beiden Kinder noch bei der Frau. "Wo sich die Kindesmutter aufhält, das ist bisher unbekannt. Es gibt, obwohl wir intensivst untersucht haben, keine Informationen, wo sich diese Frau aufhalten kann", so Lenze.

In einem Brief an ihre Eltern hat die Mutter Folgendes geschrieben: "Sucht mich nicht, denn es wäre zwecklos und würde mein Leid und das meiner Kinder nur erhöhen. Auch zu viele Kinder und Bildung sind dort nicht erwünscht." Das deute auf eine sektenähnliche Lebensgemeinschaft hin, heißt es von den Behörden.
Landeskriminalamt hat Fall übernommen
Mittlerweile hat das Landeskriminalamt den Fall übernommen. Vor allem deshalb, weil in diesem komplizierten Fall offenbar auch kein Verbrechen ausgeschlossen werden kann, entweder gegen die Mutter oder die 19-jährige Tochter. Der Fall wirft mehr Fragen auf, als derzeit Antworten möglich sind.
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