Niederösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Polizei am Tatort (Bild:APA/ H. Fohringer)
Inzestfall
Türe im Notfall zu öffnen?
Auch am Mittwoch sind neue Ermittlungsdetails im Inzestfall bekanntgeworden. Bei einer Feuerbeschau 1999 im Keller wurde das Verlies nicht entdeckt. Die Tür wäre im Notfall auch von innen zu öffnen gewesen, sagte. F. bei einer Einvernahme.
F. soll bei den Einvernahmen angegeben haben, dass die Tür im Notfall auch von innen zu öffnen gewesen wäre.
Fünf Räume vor dem Verlies
Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch berichtete Franz Polzer detallierter über das Verlies im "Haus des Schreckens" in Amstetten.

Demnach musste man im Keller fünf Räume durchqueren, um in jenes Zimmer zu gelangen, das an das Verlies angrenzt. Um den Eingang freizulegen, muss zusätzlich ein Bücherregal halb abgebaut werden. Die Türe zum Gefängnis war mit einem elektrischen Öffner versehen gewesen, der mittels Fernsteuerung zu öffnen war.

F. soll bei den Einvernahmen angegeben haben, dass die Türe im Notfall auch mit Werkzeug von innen zu öffnen gewesen wäre, das bereit gelegen wäre. Das müsse aber erst von den Experten des Bundeskriminalamtes abgeklärt werden.
Kühlschrank, Gefriertruhe und Waschmaschine
In dem Gefängnis hätten sich ein Kühlschrank, eine Gefriertruhe und eine Waschmaschine befunden. Die hätte es den Opfern erlaubt "über mehrere Wochen" alleine auszukommen, vorausgesetzt der Strom hätte funktioniert. Die Geräte habe der 73-Jährige "durchaus" alleine durch die schmale Türe in das Verlies bringen können, so Polzer.
Kessel in Heizraum kontrolliert
Wie Hermann Gruber, Sprecher des Bürgermeisters Herbert Katzengruber (SPÖ-Liste), am Tatort am Mittwoch betonte, sei bei dieser Feuerbeschau ein Kessel in einem "eigenen, abgeschlossenen" Heizraum kontrolliert worden.

Dieser habe sich außerhalb des Verlieses befunden. Gruber erläuterte, dass der Eingang zu dem Verlies mit einem Regal verstellt gewesen sei. Das Verlies wurde damals nicht entdeckt.
Waschbecken im Verlies (Bild: APA/Polizei)
Verliestür aus Blech mit Beton gefüllt
Die 300 Kilogramm schwere Tür zum Verlies im Horrorhaus in Amstetten mit dem elektronischen Schließmechanismus dürfte erst nach der Bewilligung durch die Baubehörde Amstetten für den unterkellerten Zubau eingebaut worden sein.

Wie Gruber unter Berufung auf den Ortschef bzw. Unterlagen der Stadt berichtete, soll die Tür erst nach 1983 errichtet worden sein. Laut Oberst Polzer handle es sich um eine Brandschutztüre aus Blech, die mit Beton angefüllt worden sei. Dem Verdächtigen sei es durchaus möglich gewesen, die Tür alleine einzubauen.

Die Tür befand sich Mittwochmittag noch am Tatort. Es müsse noch erhoben werden, welche Sachverständigen für die Untersuchung nötig seien, sagte Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt. Die Ermittlungen am Tatort würden noch mindestens "eine Woche" in Anspruch nehmen, so Etz.
Polizist am Mittwoch beim Abtransport von Beweisen in Amstetten (Bild: APA/Fohringer)
Sexualmord am Mondsee wird überprüft
In den Ermittlungen wird auch ein ungeklärter Sexualmord aus dem Jahr 1986 am Mondsee in Oberösterreich überprüft. Dort besaß der Verdächtige einen Gasthof und einen Campingplatz.

Die Überprüfung sei eine reine Routineangelegenheit, man sehe derzeit keinen Zusammenhang, heißt es dazu vom Landeskriminalamt in Oberösterreich.
"Keine heiße Spur" in dem Fall
Damals fanden zwei Taucher die in Plastikplanen eingewickelte Leiche eines 17-jährigen Mädchens am seichten Ufer des Mondsees. "Wir haben die Akten durchforstet, der Verdächtige scheint darin nicht auf", erklärte Folger.

Es gebe zwar einen "geografischen Bezug", aber "keine heiße Spur". Auch bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten betonte man am Mittwoch, man habe "derzeit keine Hinweise" auf eine mögliche Verwicklung von Josef F. in einen Mordfall.
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