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MI | 11.04.2012
Franz Polzer und Franz Prucher am Mittwoch (Bild: APA/Fohringer)
Inzestfall
Neue Details zum Verlies
Auch am Mittwoch sind neue Details zu den Ermittlungen im Inzestfall von Amstetten bekanntgeworden. Die Polizei hat neue Details zum Verlies im Keller präsentiert und geht weiter von einem Einzeltäter aus.
Verlies im Notfall zu öffnen?
Man musste fünf Räume durchqueren, um in jenes Zimmer zu gelangen, das an das Verlies angrenzt, sagte Oberst Franz Polzer vom Landeskriminalamt am Mittwoch.

Das Verlies sei im Notfall mit Werkzeug auch von innen zu öffnen gewesen, soll der Verdächtige Josef F. bei den Einvernahmen ausgesagt haben.

Bei einer behördlichen Kontrolle im Jahr 1999 sei das Verlies nicht entdeckt worden, sagte der Sprecher von Herbert Katzengruber, dem Bürgermeister von Amstetten.
Waschbecken im Verlies (Bild: APA/Polizei)
Polizei geht weiter von Einzeltäter aus
Aus dem Wunsch der Staatsanwaltschaft, Josef F. nächste Woche zu befragen, dürfte nichts werden. "Mein Mandant macht derzeit keine Aussage", sagte sein Anwalt am Mittwoch.

Die Polizei geht weiterhin von einem Einzeltäter aus. F. habe bisher lediglich ein Geständnis in "knapper Form" abgelegt. Offen seien demnach nach wie vor die Beweggründe, da diese laut Polzer noch nicht ergründet wurden.
Landesklinikum Amststten-Mauer (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Landesklinikum Amstetten-Mauer
Zustand der Befreiten ist "relativ gut"
Gesundheitlich sind die aus dem Keller in Amstetten befreiten Personen gemessen an den tragischen Umständen in einem "relativ guten Zustand", sagte Berthold Kepplinger von der Sonderkrankenanstalt Amstetten-Mauer.

Für die Betroffenen ist in der Sonderkrankenanstalt ein eigener Wohnbereich von 70 bis 80 Quadratmetern geschaffen worden. Die Familienmitglieder würden "sehr viel miteinander reden", so der Primarius.

Jene Opfer, die bis zu 24 Jahre in Gefangenschaft verbringen mussten, werden laut Kepplinger langsam wieder an das Tageslicht gewöhnt. Außerdem gehe es darum, "Raumorientierungsstörungen Schritt für Schritt auszugleichen. Wir sind überzeugt, dass dies in den nächsten Wochen gelingen wird ", so der Primarius.
Urlaubsvideo sorgt für Aufregung
Für Aufregung sorgte ein Video, das am Mittwoch von der "Bild"-Zeitung auf ihrer Homepage veröffentlicht worden ist. Es zeigt F. fröhlich lachend auf einem privaten Film. Der Mann, der das Video gefilmt hatte, gab an, dass F. alleine in den Urlaub gefahren ist, da seine Frau auf die Kinder aufpassen muss.

Außerdem erhebt eine Frau aus Linz schwere Vorwürfe, gegen Josef F. Sie sagt im Gespräch mit den "OÖN", dass sie 1967 von dem Verdächtigten vergewaltigt worden sein soll.
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