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MI | 11.04.2012
Polizeiauto in Amstetten (Bild:apa/herbert pfarrhofer)
Inzestfall
Spurensuche geht weiter
Am Tatort des Inzestfalls in Amstetten waren auch am Feiertag 35 Polizeibeamte, darunter sechs Kriminaltechniker, auf Spurensuche. Mit der Befragung der Opfer kann den Ärzten zufolge noch nicht begonnen werden.
Schutz der Privatsphäre oberstes Gebot
Die Familie braucht dringend Ruhe, auch vor den zahlreichen Journalisten, die das Krankenhaus Amstetten-Mauer rund um die Uhr belagern.

Den sieben traumatisierten Patienten gehe es den Umständen entsprechend gut, die Familienmitglieder würden nun viel miteinander reden, heißt es von den behandelnden Ärzten. Doch sie wiederholen: Der Schutz der Privatsphäre sei jetzt oberstes Gebot.
Opfer werden vorerst nicht einvernommen
Auch die Ermittler nehmen Rücksicht und arbeiten eng mit den Therapeuten zusammen. Zu den weiteren Einvernahmen der Opfer sagte der Leiter der Kriminalabteilung NÖ, Franz Polzer:

"Die Kinder werden sicher über die allerlängste Zeit jetzt nicht einvernommen, denn es gibt genug Aussagen der wohl am meisten betroffenen Tochter des Tatverdächtigen, und es gibt ja von ihm selbst auch ein Geständnis."

Der Tatverdächtige selbst wird von der Staatsanwaltschaft kommende Woche einvernommen.
Hätte Gas eingeleitet werden können?
Am Tatort selbst haben sich die Ermittler zuletzt auch angesehen, ob Josef Fritzl tatsächlich Gas in das Verlies hätte leiten können, wie er es angedroht haben soll. Dazu sagte Polzer:

"In diesem Haus gibt es eine offizielle Gasleitung, die als Energieträger für die Bewohner gedacht ist, aber diese Aussage hat offenbar nur dazu gedient, sie einzuschüchtern, und ich bezweifle im Augenblick, dass diese Drohung auch einen realen Hintergrund hatte."

Die genaue Untersuchung jedes Quadratmeters des Hauses in Amstetten wird voraussichtlich noch viel Zeit in Anspruch nehmen.
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