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MI | 11.04.2012
Haus in Amstetten in dem die Gefangenen im Kellerverlies eingesperrt waren (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Amstetten
Inzestfall: Anklage wegen Sklaverei?
Um das Delikt Sklaverei könnte die Anklage gegen den Tatverdächtigen im Inzestfall von Amstetten ausgeweitet werden. Das wird derzeit von der Staatsanwaltschaft St. Pölten überprüft.
Der Verdächtige habe seine Opfer in eine sklavenähnliche Lage versetzt, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.
"Dauerhafte Gefangenschaft der Opfer"
Die dauerhafte Gefangenschaft der Opfer und der Zwang zum Geschlechtsverkehr könnte unter den Paragraf Sklavenhandel fallen.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten überlegt jetzt die Anklage gegen den Verdächtigen Josef Fritzl nun auch um dieses Delikt zu erweitern. Die Höchststrafe dafür wären 20 Jahre Freiheitsentzug, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gerhard Sedlacek.
Anklage wäre einzigartig in Österreich
Eine Anklage nach diesem Paragraf wäre einzigartig. Den Tatbestand des Sklavenhandels und der Herstellung sklavenähnlicher Zustände gibt es im Strafgesetzbuch seit 1975. In der österreichischen Geschichte ist aber noch nie jemand wegen Sklaverei angeklagt worden.

Das Ermittlungsverfahren im Inzestfall ist nun abgeschlossen, jetzt werden die Beweismittel zusammengetragen und ausgewertet.

Die Anklage soll bis Ende September eingebracht werden.
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