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MI | 11.04.2012
Sternschnuppe (bild: dpa)
Astronomie
Erste automatische Meteorkamera in NÖ
Der Österreichische Astronomische Verein errichtet derzeit die erste automatische Meteorkamera-Station in Österreich. Ab Frühling 2009 sollen am Standort in Niederösterreich alle Feuerkugeln berechenbar werden.
Boliden: Heftige, helle Erscheinungen
Feuerkugeln oder Boliden sind meist heftigere, hellere Erscheinungen am Himmel als die zarten Sternschnuppen. Letztere sind nämlich vergleichsweise kleine Staubteilchen von der Spur eines Kometen, während Feuerkugeln durch größere Brocken verursacht werden.

Oft handelt es sich dabei um Trümmer aus dem Asteroidengürtel, die aus irgendeinem Grund aus ihrer Bahn gerissen und von der Schwerkraft der Erde eingefangen wurden.
Meteorit (Bild:apa/OOE. LANDESMUSEUM / NINA STOEGMUELLER)
Meteoriten begehrte Objekte für die Forschung
Ab einer gewissen Größe verdampft der Bolide durch eine gewisse Reibung nicht vollständig. Ein mehr oder weniger großer Brocken bleibt übrig und fällt als Meteorit zu Boden.

Meteoriten sind nicht nur für Sammler interessant, sondern auch begehrte Objekte für die Forschung. Die Wissenschaftler sind beispielsweise an der chemischen Zusammensetzung des ursprünglich außerirdischen Objektes interessiert.
"Europäisches Feuerkugelnetz"
Durch Bahnbeobachtung der Leuchterscheinungen können die Astronomen auf die Größe des Objekts schließen und sogar den Aufschlagsort des Meteoriten - so es einen gibt - errechnen.

Je mehr Stationen die Feuerkugel und deren Bahn aufgezeichnet haben, desto genauer lässt sich der Absturzpunkt des Meteoriten berechnen, daher haben sich mehrere Länder zum Europäischen Feuerkugelnetz zusammengefunden.
Sternwarte Orion im Waldviertel
Österreich ist zwar Mitglied des Netzes, verfügte bisher aber über keine automatische Aufzeichnungskamera; das soll sich nun ändern.

Auf dem Gelände der privaten Sternwarte Orion im Waldviertel wird bereits am Sockel für das System gebaut. Nach den derzeitigen Plänen wird das eigentliche Kamerasystem im kommenden Frühling aufgesetzt.
Das System verfügt über eine Art elektronischer Fernsehkamera, die laufend den Himmel beobachtet. Nur wenn es freie Sicht auf die Sterne gibt, schaltet sich auch die Fotokamera ein und öffnet den Verschluss.

Hinter dem Hochleistungsobjektiv befindet sich nicht etwa ein elektronischer Chip wie in Digitalkameras, sondern ein guter, alter Hochleistungsfilm.

Neben den Fotos zeichnet das System auch Datum und Uhrzeit sowie Wetterdaten und sogar Geräusche auf. Entsprechend nahe und große Feuerkugeln machen sich nämlich auch akustisch bemerkbar, ein Zischen bis hin zu Donner ist möglich.
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