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MI | 11.04.2012
Unterirdisches Verlies in Amstetten (Bild: Polizei)
Kultur
Inzestfall als Kunst-Installation
Der Inzestfall in Amstetten ist nun in Rom zum Thema einer Kunst-Installation geworden. Ein Fotograf, ein Regisseur und ein Journalist gehen den psychologischen Mechanismen solcher schockierender Fälle und der Rolle der Medien nach.
Von erschütternden Medien-Berichten bedrängt.
"Im Namen des Vaters"
"Im Namen des Vaters" ist der Titel der Installation. Sie ist in drei Teile gegliedert.

Im ersten Teil hat man Zugang zu einem Würfel. Die Wände, der Boden und die Decke sind mit Zeitungen, Zeitschriften und Bildern über den Inzestfall bedeckt. Der Besucher kann auch die Stimme von Radio- und TV-Journalisten hören, die über den erschütternden Fall berichten.
Einblicke in bizarre Welt
Ein kleiner Gang führt zu einem größeren Würfel. Im Mittelpunkt befindet sich eine Pyramide aus 24 Fernsehschirmen. "Es sind 24, wie die Jahre, die die Tochter von Josef Fritzl im Keller verbracht hat", sagt Alessandro Geraldini, Sprecher der Gruppe, die die Installation entworfen hat.

Die Bildschirme senden ein einziges Bild in verschiedenen Farben: Das Bad und das Wohnzimmer im Keller. Rundherum hört man die Geräusche eines normalen Tags.
Intensives Erleben von Leidenschaften, das reinigen soll.
Anregung zum Nachdenken
In einem dritten Saal sieht man sieben Bilder, die das "Monster" zeigen. Die Rollen werden vertauscht, der Peiniger wird lächerlich gemacht und in einen Sündenbock umgewandelt.

Die Atmosphäre ist surreal und enthält eine Anspielung an Aristoteles, der die Tragödie als "Mimesis" betrachtet: Indem der Zuschauer intensiv Leidenschaften erlebt, befreit er sich davon und fühlt sich erleichtert und bereinigt. Die Information ist verdaut.

"Mit dieser Installation wollen wir zum Nachdenken anregen und die Reaktionen ergründen, die schockierende Nachrichten in den Menschen auslösen. Wir haben den Fall von Amstetten gewählt, nicht um Österreich zu kriminalisieren, sondern um die psychologischen Mechanismen zu vertiefen und zu erforschen, die die Medien mit ihren beängstigenden Berichten auslösen", sagt Geraldini.
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