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MI | 11.04.2012
Vom Waffennarren gesammelte Schusswaffen (Bild: ORF)
Kriminalität
Illegaler Waffenhandel aufgeflogen
Sturmgewehre, Maschinenpistolen, Revolver - die Fahnder des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung haben in Niederösterreich zahlreiche verbotene Waffen sichergestellt.
Echte Waffen wurden mittels gefälschter Gutachten als Dekorationswaffen deklariert und danach verkauft.
Behörden durch falsche Gutachten getäuscht
Ausgeforscht wurden zunächst sechs Verdächtige, bei Hausdurchsuchungen wurden zahlreiches Kriegsmaterial sowie illegale und verbotene Waffen sichergestellt.

Die Erhebungen führten dann zu weiteren Verdächtigen, so die Polizei. Einer von ihnen habe insgesamt 179 Gutachten eines konzessionierten Händlers über den Umbau zu sogenannten Dekorationswaffen bzw. über die Vernichtung von Waffen gefälscht.

Diese Gutachten soll der 44-Jährige aus Krems bei der Behörde vorgelegt haben, worauf die registrierten Waffen aus den Verzeichnissen gestrichen wurden.
Abnehmer wurden zum Teil ausgeforscht.
Waffen dann illegal weiterverkauft
Der Verdächtige verkaufte dann die Waffen die nun nicht mehr registriert waren - in voll funktionsfähigem Zustand mit abgeänderten Nummern illegal weiter.

Die Abnehmer konnten zum Teil ausgeforscht werden. In den vergangenen Monaten wurden bei 22 Verdächtigen Hausdurchsuchungen in St. Pölten, den Bezirken St. Pölten, Krems, Melk, Gänserndorf, Baden, Lilienfeld und Tulln - sowie in Wien durchgeführt.

Dabei wurde auch eine größere Anzahl an Kriegsmaterial, verbotenen Waffen sowie sonstigen genehmigungspflichtigen Waffen sichergestellt.
Die Liste der verbotenen Waffen:
Unter anderem 34 Pistolen, drei Revolver, acht halbautomatische Selbstladebüchsen, drei Sturmgewehre, sechs Maschinenpistolen, zwei Pumpguns, drei Schalldämpfer sowie Gehstöcke mit integrierter Metallklinge bzw. verborgener Stahlrute.
Es fehlen noch einige Waffen.
Noch wurden nicht alle Waffen gefunden
Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen. Es handelt sich um zwei Österreicher im Alter von 39 und 66 Jahren.

Der Verbleib von weiteren Faustfeuerwaffen, die der 44-Jährige illegal verkauft haben soll, konnte bisher nicht geklärt werden.

Die Männer werden nach Abschluss der Erhebungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt.
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