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MI | 11.04.2012
Plakat NÖ Landesausstellung 2009 (Bild: NÖ Landesausstellung)
LANDESAUSSTELLUNG 2009
Der neue Schilling stoppt die Inflation
Am 20. Dezember 1924 wird in Österreich der Schilling als neue Währung eingeführt. Damit kann die Inflation gestoppt werden. Der Schilling wird zu einem Symbol für eine starke Währung und soll Impulse in der Wirtschaft auslösen.
1922: Das Jahr der galoppierenden Inflation
Im Jahr 1922 zahlt man in Österreich mit Hundertausender- und Millionenscheinen. Eine galoppierende Inflation bringt immer höhere Lebenshaltungskosten. Von Mai bis September 1922 steigt der Index von 1.364 auf 15.123 Punkte.

Für einen Laib Brot bezahlt man im September 1922 bereits 5.700 Kronen. Die Notenpresse läuft unentwegt und druckt Geldscheine mit immer höheren Werten.
Die neue 5-Schilling-Banknote
5-Schilling-Schein 1925 (Bild: Österr. Nationalbank)
Österreichische Schilling-Banknoten, 2. Jänner 1925.
Entwurf Rudolf Junk Banknotenpapier, Druck.
Banknote zu 5 Schilling, H. 81 mm, B. 153 mm.
Wien, Oesterreichische Nationalbank.
Anschlussverbot an Deutschland musste erneuert werden.
Österreich musste Staatshaushalt sanieren
Mit der Genfer Sanierung 1922 übernahm Österreich auch die Verpflichtung zu einer Sanierung des Staatshaushaltes und räumte dem Völkerbund weitreichende Kontrollrechte ein, musste aber auch das Anschlussverbot erneuern.

Kurz darauf wurde die Budgetfinanzierung über die Banknotenpresse eingestellt, tausende Beamte entlassen. Was folgte, war eine massive Stabilisierungskrise.
5-Schilling-Banknote, 1925 (Bild: Österreichische Nationalbank)
Detail von der Rückseite der 5-Schilling Banknote (2. Jänner 1925).
1 Schilling für 10.000 Kronen
Die Inflation konnte mit der Einführung des Schillings als neue Währung am 20. Dezember 1924 beendet werden. Für 10.000 Kronen erhielt man einen Schilling. Die Ausgabe der neuen Banknoten erfolgte schrittweise ab dem Frühjahr 1925.
Literaturtipp
Stefan Karner und Michal Stehlík (Hg.), Österreich.Tschechien. geteilt - getrennt - vereint. Beitragsband und Katalog zur Niederösterreichischen Landesausstellung 2009. Schallaburg 2009.
Neue Währung sollte Vertrauen in die Überlebensfähigkeit Österreichs stärken.
Schilling als Symbol für stabile Währung
Walter Iber (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung): „Die Einführung des Schillings war eine Folge der Genfer Anleihe und diente der Sanierung des österreichischen Staatshaushaltes."

Der Schilling sei damals das Symbol einer stabilen Währung gewesen und "sollte einen Impuls für das Vertrauen in die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des Landes in der Zwischenkriegszeit geben."
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