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MI | 11.04.2012
Plakat NÖ Landesausstellung 2009 (Bild: NÖ Landesausstellung)
LANDESAUSSTELLUNG 2009
Eine Handgranate gegen den Thronfolger
Am 28. Juni 1914 wird auf das Auto, mit dem Franz Ferdinand in Sarajevo unterwegs ist, eine Handgranate geworfen, wenig später wird der Thronfolger erschossen. Mehr über das Attentat ist in der NÖ Landesausstellung zu sehen.
Serbien wird für den Mord verantwortlich gemacht.
Franz Ferdinand wird in Sarajevo ermordet
Am 28. Juni 1914 fällt der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo einem Attentat zum Opfer. Österreich-Ungarn macht Serbien für den Mord verantwortlich.

In der Hoffnung auf einen lokalen und kurzen Krieg wollen Wien und Berlin Serbien bestrafen und das russisch-serbische Bündnis sprengen.
Auto, in dem Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde (Bild: Heeresgeschichtliches Museum/Manfred Litscher)
In diesem Auto, das im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien zu sehen ist, wurden Franz Fedinand und seine Frau Sophie am 28. Juni 1914 erschossen.
Gavrilo Princip erschießt Franz Ferdinand
Eine Handgranate dieser Art wird am 28. Juni 1914 beim ersten - missglückten - Attentatsversuch auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo verwendet.

Gavrilo Princip ermordet wenig später mit seiner Browning 1910.340 ACP den Thronfolger und seine Frau Sophie.
Uniformrock von Franz Ferdinand (Bild: Heeresgeschichtliches Museum/Manfred Litscher)
Der Uniformrock des toten Thronfolgers (Heeresgeschichtliches Museum Wien).
Ein Weltkrieg bricht aus
Einen Monat nach dem Attentat, am 23. Juli 1914, stellt die k.u.k. Regierung Serbien ein für einen souveränen Staat unannehmbares Ultimatum. Serbien kommt Österreich-Ungarn zwar teilweise entgegen, Wien erklärt Belgrad dennoch am 28. Juli den Krieg.

Nach der russischen Generalmobilmachung am 30. Juli droht Deutschland aufgrund des russisch-französischen Bündnisses ein Zweifrontenkrieg.

Es folgt die deutsche Mobilmachung und am 4. August - um Frankreich rasch niederzuwerfen - der Einmarsch in Belgien (Schlieffen-Plan). Die Verletzung der Neutralität Belgiens bedeutet den Kriegseintritt Englands.
Die nationalen Kräfte bekommen 1918 Auftrieb.
Das Ende der großen Imperien
Mit dem Ersten Weltkrieg gehen 1917/18 auch die großen Imperien Zentral- und Osteuropas zu Ende: das Zarenreich, das Deutsche Kaiserreich, das Osmanische Reich und die österreichisch-ungarische Monarchie.

Die latente Nationalitätenfrage, das vom US-Präsidenten erklärte Selbstbestimmungsrecht der Völker und der Hunger im Land verleihen den zentrifugalen, nationalen Kräften Auftrieb. Die Monarchie zerbricht knapp vor Kriegsende.
Serbische Handgranate „Kragujevac" (Bild: Heeresgeschichtliches Museum Wien/Bild: Manfred Litscher)
Serbische Handgranate „Kragujevac", um 1914.
Metall, H.120 mm, B.55 mm, T.45 mm, G.500 g.
Wien, Heeresgeschichtliches Museum / Militärhistorisches Institut (2005/35/224).
Literaturtipp
Manfried Rauchensteiner, Der Tod des Doppeladlers. Österreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg. Graz - Wien - Köln 1994.
"Sie erkannten nicht, dass sie einen weltweiten Krieg auslösten", so der Historiker Wolfram Dornik.
Idee des "lokalen Rachefeldzugs" scheiterte
Wolfram Dornik, Historiker am Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung: „Das Attentat von serbischen Nationalisten auf das österreichische Thronfolgerpaar gab dem greisen Kaiser und seinen Militärs die Gelegenheit zum Schlag gegen das verhasste Serbien."

Dass sie damit einen europäischen, ja einen weltweiten Krieg lostreten, konnten oder wollten sie nicht erkennen, meint der Grazer Historiker: "Sie hofften, einen lokal begrenzten Rachefeldzug in Südosteuropa führen zu können und damit die morsch gewordene Monarchie im Inneren zu stabilisieren."
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