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MI | 11.04.2012
Franz Albrecht Metternich-Sandor (Bild: Schloss Grafenegg)
KULTUR
Schlossherr von Grafenegg verstorben
Franz Albrecht Metternich-Sandor, der Besitzer von Schloss Grafenegg, ist in der Nacht auf Donnerstag im 89. Lebensjahr verstorben. Schloss Grafenegg ist eine der wichtigsten Spielstätten im internationalen Kulturbetrieb.
Metternich-Sandor stammte aus Schlesien und kam 1955 nach Österreich.
Grafenegg wurde zu seiner zweiten Heimat
Metternich-Sandor wurde am 23. Oktober 1920 in Schlesien (im heutigen Polen) geboren, wuchs in Ungarn auf und lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Westfalen, ehe er 1955 nach Österreich kam.

Metternich-Sandor fand in Grafenegg eine neue Heimat, die ihm sehr ans Herz gewachsen war. Grafenegg wird auch dank der beispielhaften Aufbauarbeit, die er über Jahrzehnte geleistet hat, immer mit seinem Namen in Verbindung bleiben.
Franz Albrecht Metternich-Sandor vor Schloss Grafenegg (Bild: Schloss Grafenegg)
Franz Albrecht Metternich-Sandor vor seinem Lebenswerk, dem Schloss Grafenegg.
Er war der "Retter von Grafenegg"
Es war seinem Engagement zu verdanken, dass Schloss Grafenegg vor dem Verfall gerettet wurde. Das einzigartige Bauwerk im Stil der Windsor-Gotik wurde nicht nur renoviert, sondern im wahrsten Sinn revitalisiert.
Musiker im Park von Schloss Grafenegg (Bild: Reinhard Öhner)
Schloss Grafenegg - ein Zentrum der österreichischen Musikkultur.
Vom Grafenegger Advent bis zum Musik-Festival.
Internationales Kulturzentrum seit 1971
Seit 1971 gibt es ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten und Ausstellungen. Der Grafenegger Advent wurde 1976 gemeinsam mit dem ORF Niederösterreich aus der Taufe gehoben, bis heute besteht diese traditionelle Veranstaltung.

In den letzten Jahren kamen mit dem Wolkenturm und dem Auditorium zwei Spielstätten für Kulturveranstaltungen internationalen Formats hinzu.

Schloss Grafenegg gilt als unverzichtbarer Bestandteil der niederösterreichischen Kunst- und Kulturszene. Der international bekannte Pianist Rudolf Buchbinder ist Intendant des Musik-Festivals Grafenegg.
"Mit ihm ging ein strahlender Faktor der Gesellschaft", so Landeshauptmann Pröll.
Pröll: "Er war ein Mann von Welt"
"Es ist ein schwerer Verlust für das Wirtschafts- und Kulturleben Niederösterreichs und ein schwerer menschlicher Verlust", sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zum Tod von Metternich-Sandor.

"Mit ihm ging ein strahlender Faktor der niederösterreichischen Gesellschaft. Ein Mann von Welt, der mit beiden Beinen auf heimatlichem Boden stand", so Pröll. Das Land sei dem Verstorbenen besonders dankbar, weil er Grafenegg als Fenster der niederösterreichischen Kulturarbeit international geöffnet habe.
Mit einer Sommernachtsgala ist Freitagabend die Open-Air-Konzertarena "Wolkenturm" im Schlosspark Grafenegg eröffnet worden. (Bild: APA)
Der "Wolkenturm" in Grafenegg.
Neubert: "Wir verlieren einen Visionär"
Johannes Neubert, Geschäftsführer der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft, sagte: "Mit Franz Albrecht Metternich-Sandor verlieren wir einen Visionär und aufrichtigen Partner, dem Kultur seit jeher eine Herzensangelegenheit war. Ohne seine Aufbauarbeit und sein Vertrauen in uns wäre die Realisierung des Kulturstandorts Grafenegg nicht möglich gewesen."
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