Niederösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Polizisten am Tatort (Bild: APA/Pfarrhofer)
KRIMINALITÄT
14-Jähriger erschossen: Projektil in Rücken
Ein Polizist hat Mittwochfrüh in Krems einen 14-jährigen mutmaßlichen Einbrecher erschossen. Der Bursch dürfte von einem Projektil in den Rücken getroffen worden sein. Er und sein 16-jähriger Komplize waren nur mit Werkzeug "bewaffnet".
Zahl der Schüsse noch unklar.
"Waren im technischen Sinn bewaffnet"
Kurz vor 2.30 Uhr in der Nacht sollen die beiden Jugendlichen in den Markt eingedrungen sein. Der stille Alarm wurde ausgelöst. Eine Streife der Kremser Polizei fuhr zum Supermarkt im Kremser Stadtteil Lerchenfeld.

Etwa zeitgleich mit den Polizisten traf ein Mitarbeiter des Supermarktes ein. Das Areal wurde abgegangen. Wenig später standen die Polizisten den beiden mutmaßlichen Tätern gegenüber. Dann fielen Schüsse, drei oder vier, wie es am Mittwoch hieß.

Die Frage, ob die Jugendlichen bewaffnet waren, beantwortete Staatsanwalt Friedrich Kutschera "im technischen Sinne ja, nicht aber im Sinne des Waffengesetzes". Demnach seien die Jugendlichen mit einem Schraubenzieher und einer Gartenhaue bewaffnet gewesen.
14-Jähriger wurde von hinten getroffen
Der 14-Jährige wurde laut Polizei von einem Projektil von hinten getroffen. Er starb im Landesklinikum Krems. In dieses Krankenhaus wurde auch der 16-Jährige eingeliefert.

Er erlitt Durchschüsse beider Oberschenkel, die möglicherweise von einem Schuss herrühren. Beide Beamte, ein Mann und eine Frau, hätten gefeuert. Kutschera: "Wer getroffen hat, weiß ich nicht." Beide Buben stammen direkt aus Krems-Lerchenfeld.
Pressekonferenz (Bild: APA/Pfarrhofer)
Pressekonferenz
Beteiligte Polizisten nicht vernehmungsfähig
Bei einer Pressekonferenz wurde seitens der Staatsanwaltschaft auch betont, dass derzeit nicht feststehe, ob eine Notwehrsituation vorgelegen sei.

Die nächsten Schritte seien nun, Vernehmungen mit Beteiligten und Zeugen durchzuführen. Die beteiligten Polizisten seien jedoch derzeit noch nicht vernehmungsfähig. Es handle sich um erfahrene Kollegen, die nunmehr durch die Polizei selbst psychologisch betreut würden, so Oberstleutnant Roland Scherscher.
Pressekonferenz (Bild: APA/Pfarrhofer)
Ermittler am Tatort (Bild: Stamberg)
Die Tatortermittler bei der Arbeit.
Büro der Innenministerin: "Sehr bedauerlich"
Das Büro von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) reagierte mit Bedauern auf den tödlichen Ausgang der Kremser Amtshandlung.

"Es ist sehr bedauerlich, wenn bei einem Polizeieinsatz ein Todesopfer zu beklagen ist.", sagte Fekter-Sprecher Martin Brandstötter. Jetzt gehe es vordringlich darum,"die genauen Umstände des Vorfalls aufzuklären."
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