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MI | 11.04.2012
Ausgrabungen "Göttweiger Berg" (Bild: BDA)
WISSENSCHAFT
Spuren der Georgskirche auf Göttweiger Berg
Bei Ausgrabungen auf dem Göttweiger Berg ist nun das Fundament der mittelalterlichen Georgskirche entdeckt worden. Die Kirche war vermutlich während der ersten Türkenbelagerung zerstört worden.
Ausgrabungen "Göttweiger Berg" (Bild: BDA)
Predigtstuhl: Blendmauer der napolenischen Schanze.
"Eindeutig: Fundament einer Kirche"
Die Ausgrabungen haben das Bundesdenkmalamt (BDA), das Institut für Ur-und Frühgeschichte der Universität Wien sowie der Verein "Freunde der Kirche St. Georg auf dem Göttweiger Berg" durchgeführt.

Dabei seien auf dem Predigtstuhl erstmals Spuren der lange gesuchten und in vielen Quellen erwähnten Georgskirche entdeckt worden, berichtete das BDA. Zwei Steinmauern seien "eindeutig als Fundament einer kleinen mittelalterlichen Kirche identifiziert" worden.

Im Innenraum sei ein Estrichboden aus Kalkmörtel freigelegt worden, aus dem eine Silbermünze, ein sogenannter Wiener Pfennig, aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stamme. Dieser Fund passt laut BDA gut zur historisch überlieferten letzten Neuweihung der Georgskirche im Jahr 1463, der eine Renovierung des Baus vorangegangen sein dürfte.
Ausgrabungen "Göttweiger Berg" (Bild: BDA)
Göttweig, Predigtstuhl. Überblicksaufnahme der freigelegten Kirchenmauern.
Ausgrabungen "Göttweiger Berg" (Bild: BDA)
Mittelalterliche Bestattung
Menschliche Überreste entdeckt
In einem Traufgraben seien Überreste mehrere Säuglinge bzw. Frühgeburten geborgen worden. Es habe sich wohl um sogenannte Traufbestattungen ungetaufter Kinder gehandelt, so das BDA.

Das Grab eines Erwachsenen sei ebenfalls freigelegt worden. Ob sich neben der Kirche auch ein regulärer Friedhof befunden hatte, sei noch nicht geklärt.
"Vorklösterliche" Geschichte kaum erforscht
Der Göttweiger Berg sei bereits in der Urgeschichte ein prominenter Siedlungsplatz gewesen und heute vor allem durch den weitläufigen Stiftskomplex bekannt. Die lange "vorklösterliche" Geschichte des historischen Ortes gilt aber als bisher kaum erforscht.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen dem BDA, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien und dem Verein "Freunde der Kirche St. Georg auf dem Göttweiger Berg" werden bereits seit mehreren Jahren archäologische Ausgrabungen auf dem südlichen Gipfel, dem Predigtstuhl, durchgeführt.
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