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MI | 11.04.2012
Polizei (Bild: Schmuck/ORF)
CHRONIK
Das letzte Kapitel im Fall Dostal
Der Fall Ernst Dostal hat Österreich 1973 in Atem gehalten. Am 22. Juni dieses Jahres schoß Dostal dem Gendarmen Ottokar Pücher ins Genick, der 37 Jahre vom Hals abwärts gelähmt blieb. Am Montag wurde Ottokar Pücher zu Grabe getragen.
Die Bilder kommen wieder in die Köpfe.
"Die Folgen waren sehr bewegend"
Den 22. Juni 1973 wird Friederike Pücher nie vergessen. Es sind die Bilder, die sie auch bei der Beerdigung ihres Mannes nicht aus dem Kopf bringt.

An ihrer Seite beim Begräbnis stehen die gemeinsamen Kinder, Freunde, aber auch ehemalige Kollegen ihres Mannes. So wie Karl Meisel, pensionierter Gendarm aus Leopoldsdorf. "Eine fassungslose Tragödie. Die Folgen waren sehr bewegend."
Der Fall Ernst Dostal
Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der Geschichte der Zweiten Republik: 1973 hielt Ernst Dostal für vier Tage das ganze Land in Atem. Zuerst soll er auf der Südautobahn einen Mann in die Luft gesprengt haben.

Wegen Mordverdachts wurde Dostal in der Wiener Rennwegkaserne von Kriminalbeamten einvernommen, plötzlich zückte er eine Waffe, schießt auf vier Beamte und floh. Auf der Flucht tötete Dostal ein Ehepaar.

Bei der Schießerei in der Rennwegkaserne verletzte er unter anderem den damals 39-jährigen Gendarmen Ottokar Pücher aus Probstdorf im Marchfeld.

Der Gendarm wurde durch eine Kugel so schwer verletzt, dass er vom Kopf abwärts gelähmt blieb. Ernst Dostal richtete sich wenig später in seinem Versteck in Altlengbach selbst. Ottokar Pücher lebte bis zu seinem Tod zurückgezogen mit seiner Frau.
"Nach außen hin hatte er seinen Frieden."
Pücher redete nicht gerne darüber
Über seinen Schicksalstag redete Ottokar Pücher nicht oft, bestätigen seine Kollegen. "Nach außen hin hatte er seine Frieden. Er hat uns jungen Polizisten Mut gemacht, doch den Beruf auszuüben", sagt Franz Polzer, der Leiter des Landeskriminalamts.

Die große Kraftquelle während der letzten 37 Jahre war Ottokar Püchers Ehefrau Friederike. "Alles, was Ottokar Pücher gegessen hat, ist durch ihren Löffel gereicht worden. Letztlich wurde er auch durch sie gepflegt", sagt Polzer.
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