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MI | 11.04.2012
Lesen am Computer (Bild: Fotolia.de/ Marcel Mooji)
MEDIEN
Das Lesen im Zeitalter von Facebook und Co.
300.000 Österreicher können laut UNESCO nicht lesen. 23 Prozent der Jugendlichen lesen Bücher, fast zwei Drittel nutzen aber täglich Online-Plattformen wie etwa Facebook. In St. Pölten wurde über das Lesen im Zeitalter des Internets diskutiert.
Fehler auf Facebook und Co. würden schon kommentiert.
"Kreative Rechtschreibung" im Internet
Nahezu jeder Jugendliche nützt zumindest eine Internet-Plattform wie Facebook, Twitter und MySpace. Dort knüpfen sie virtuelle Freundschaften und tauschen Informationen aus.

Zwar heißt es, es sei besser, irgendetwas zu lesen als gar nichts - dennoch: Das Geschriebene im Internet sei oftmals "kreativ", sagte die Expertin für soziale Netzwerke, Judith Denkmayr.

Fehler würden aber in den Netzwerken kommentiert, die Jugendlichen würden sich schon damit beschäftigen, meinte Denkmayr.
Lesen im Internet: Mehr und anders
Jugendliche lesen im Internet, um sich schnell zu informieren. Sie beschäftigen sich nicht - oder nur selten - mit Literatur.

"Ich glaube nicht, dass man weniger liest", sagte Denkmayr, "ich glaube, dass man mehr liest, aber anders."
Zwei Mädchen sitzen verkehrt am Sofa und lesen (Bild: Fotolia.com/ nyuli)
Jugendliche haben Spaß beim Lesen.
Bücher individueller.
"Surfen kann Lesen nicht ersetzen"
Anders sieht das der Initiator der Literaturplattform "Zeitpunkt Lesen", Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP): Das Surfen im Internet könne nie das Lesen eines Buches ganz ersetzen.

Im Internet werde alles für bare Münze genommen. Die Kritikfähigkeit bei diesen Medien sei nicht oder nur schwach vorhanden, so Sobotka.

Bei Büchern käme hingegen das Individuelle deutlicher zum Tragen. "Hier ist ein Autor dahinter, der eine Meinung hat", sagte Sobotka.
E-Books (Bild: Fotolia.de/ Claudio Bravo) E-Books als "neue Bücher"?
Laut einer aktuellen Studie greifen die jungen Menschen nur zu einem Buch, wenn dafür wirklich Zeit übrig bleibt.

Hoffnungsschimmer am Horizont sind für viele die E-Books und das neue iPad, auf denen man Bücher auf dem Bildschirm lesen kann.

Dass damit Lesemuffel zu Lesewürmern werden, bezweifelt aber Schriftsteller Folke Tegetthoff. Wenn es um Zeit nehmen und inne halten gehe, werde man zum Buch greifen.

"Ich will das Papier riechen und ich will die Seiten fassen", sagte Tegetthoff. Das sei auch für die jungen Leser das Besondere am Bücherlesen.
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