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MI | 11.04.2012
Polizei-Auto (Bild: APA)
KRIMINALITÄT
Fall Julia: Entscheidung über U-Haft
Im Fall Kührer soll Mittwochnachmittag feststehen, ob über zwei Verdächtigte U-Haft verhängt wird. Bei Hausdurchsuchungen sind eine Gaspistole und synthetische Drogen sichergestellt worden.
Anordnung zur Vornahme einer Hausdursuchung
"Am Verschwinden beteiligt"
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Korneuburg "muss davon ausgegangen werden", dass die in der Causa Kührer in Verdacht geratenen drei Personen - eine 27-jährige Frau, ihr um ein Jahr jüngerer Ex-Partner und ihr 21 Jahre alter Bruder -, "am Verschwinden der Julia Kührer beteiligt waren".

Das ist der Anordnung zur Vornahme der Hausdurchsuchung an den Adressen der drei Verdächtigen zu entnehmen. Diese wurde am vergangenen Montag abgeschlossenen.
Drogen und Gaspistole.
Erste Hinweise nach Hausdurchsuchungen
Bei den Hausdurchsuchungen wurden Daten von Mobiltelefonen und Computern sichergestellt, diese müssen nun ausgewertet werden, sagte der Sprecher des Bundeskriminalamts Alexander Marakovits.

Außerdem wurden synthetische Drogen und Tabletten mit der Wirkung von K.O.-Tropfen entdeckt, sowie eine Gaspistole. In welcher Unterkunft, wurde nicht bekanntgegeben.
Landesgericht Korneuburg (Bild: APA/Pfarrhofer)
26-Jähriger soll gewarnt haben.
Weiterer Verdacht nach Telefonüberwachung
Die Staatsanwaltschaft Korneuburg misst einem Telefonat zentrale Bedeutung zu, das der 26-jährige Verdächtige mit der 27-jährigen Frau am 1. Mai geführt haben soll.

Dieses Telefonat wurde auf Basis einer gerichtlich bewilligten Rufdatenüberwachung von der Sonderermittlergruppe "Zielfahndung Vermisste" abgehört.

Der 26-Jährige dürfte im Vorfeld in Erfahrung gebracht haben, dass Julias Ex-Freund vom Bundeskriminalamt neuerlich vernommen worden war. In besagtem Telefonat soll der 26-Jährige gewarnt haben, der Bursch habe "alle verpfiffen" und die Polizei würde nun nach ihm, dem 26-Jährigen, suchen.
Sollen auch befreundet gewesen sein.
Rufdatenerfassung: "Nahebeziehung" zu Julia
Nach den Ergebnissen der Rufdatenerfassung war Julia Kührer mit ihrem Mobiltelefon eine dreiviertel Stunde, nachdem sie zum letzten Mal am Hauptplatz in Pulkau gesehen wurde, in unmittelbarer Nähe zum Wohnsitz der Großeltern des 26-Jährigen eingeloggt.

Für die Ermittler ergaben sich daraus offensichtlich ausreichende Indizien, um davon auszugehen, dass das Trio Kenntnisse über das Verschwinden Julias haben musste.

"Obwohl sie bislang keinerlei Reaktion auf das mediale Interesse zur Aufarbeitung der gegenständlichen Strafsache zeigten", wie die Staatsanwaltschaft in ihrem Durchsuchungsbefehl festhält.

Die drei seien außerdem in einer Nahebeziehung zu Julia gestanden. Das Mädchen habe sich zur inzwischen 27-Jährigen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.
Verteidiger widerspricht
Der Verteidiger der 27-Jährigen, Normann Hofstätter, sagt, seine Mandantin sei "aufgrund eines leisen Verdachts" festgenommen worden.

Sie habe mit dem Mädchen "keinen näheren Kontakt gehabt", widersprach Hofstätter der Ansicht der Staatsanwaltschaft, die von einer "Nahebeziehung" ausgeht. "Sie hat mit dem Verschwinden nichts zu tun", versicherte der Verteidiger.
Dritter Verdächtige bereits freigelassen.
Haftrichter entscheidet über U-Haft
Die Anklagebehörde unterstellt dem Trio die Intention, "die Wahrheitsfindung wesentlich zu erschweren oder gar unmöglich zu machen".

Ein Haftrichter wird Mittwochnachmittag klären, ob die zwei Verdächtigen tatsächlich Informationen über das Verschwinden Julia Kührers vor etwa vier Jahren zurückgehalten haben.

Bestätigt sich der Verdacht der Staatsanwaltschaft wird noch Mittwochnachmittag die Untersuchungshaft über die beiden Verdächtigen verhängt.

Bereits Dienstagabend war der dritte Verdächtige - der 21-jährige Bruder der Frau - freigelassen worden.
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