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MI | 11.04.2012
Tornado über Niederösterreich (Bild: Barbara Mölcnik)
WETTER
Tornado, Hagel, Regenrekorde und zwei Tote
In Stickelberg (Bez.Wr.Neustadt) ist eine 53-jährige Frau in einem Bach ertrunken. In Kirchschlag (Bez. Wr.Neustadt) hat ein 70-jähriger Mann vor Aufregung einen Herzinfarkt erlitten. Ein Tornado zog über Teile NÖs hinweg.
Wiederbelebungsversuche erfolglos.
Herzinfarkt und Sturz in Bach
Der 69-jährige Mann dürfte beim Anblick der Schäden, die das Unwetter angerichtet hat, einen Herzinfarkt erlitten haben.

Das zweite Todesopfer, eine 53-jährige Frau aus Stickelberg, ist laut Augenzeugenberichten in einen hochwasserführenden Bach gestürzt und mitgerissen worden. Laut Polizei wollte sie vermutliche Gegenstände vor dem Hochwasser in Sicherheit bringen. Nach einer 45-minütigen Suche wurde die Frau etwa 800 Meter von der Unglücksstelle entfernt geborgen. Vom Notarzt konnte nur mehr ihr Tod festgestellt werden.
Einsatzkräfte nach dem Unwetter (Bild: ORF NÖ) Großaufgebot an Einsatzkräften
Insgesamt wurden durch die heftigen Unwetter in den Bezirken Wr. Neustadt und Korneuburg bis zu 200 Feuerwehreinsätze verzeichnet.

Im Bezirk Wiener Neustadt hat es bis zu 40 Minuten durchgehend gehagelt. Zur Unterstützung der Feuerwehren sind auch zwei Katstrophenhilfszüge mit etwa 100 Mann ins südliche NÖ unterwegs.

Auchdie Bezirke Wien-Umgebung und Bruck/Leitha war von den schweren Unwettern betroffen. Mit Auspumparbeiten und umgestürzte Bäumen waren die Feuerwehren im Dauereinsatz.
Niemand verletzt.
Tornado hinterlässt Spur der Verwüstung
Strom- und Telefon-Masten sowie Bäume sind laut Augenzeugen umgeknickt wie Zündhölzer. Ganze Plakatwände sollen durch die Luft gewirbelt sein.

Auch Autos sind vom Tornado beschädigt worden. Viele Dächer wurden abgedeckt und Gartenzäune aus der Verankerung gerissen.

Der Tornado ist laut Landeswarnzentrale Niederösterreich über die Bezirke Tulln und Wien-Umgebung gezogen. Die Feuerwehren wurden zu mehr als 80 Einsätzen gerufen. Die Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt. Verletzt wurde niemand.
Amateurvideo des Tornados
Barbara Mölcnik hat den Tornado gefilmt.

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Tornados in Österreich meist kurz und
Ein Tornado, auch Großtrombe, Wind- oder Wasserhose, in den USA umgangssprachlich auch Twister genannt, ist ein kleinräumiger Luftwirbel.

Die Lebensdauer von Tornados bewegt sich zwischen wenigen Sekunden bis zu einer halben Stunde. Langlebige Tornados von bis zu einer Stunde sind sehr selten. In Mitteleuropa werden nur selten Tornados von über 10min gesichtet.

Der verheerendste Tornado in Österreich trat am 16.7.1916 auf. Damals wurde ein ganzer Stadtteil von Wiener Neustadt zerstört. Man schätzt, dass beim Wiener Neustädter Tornado Windgeschwindigkeiten um 300 km/h aufgetreten sind. Damals starben 32 Menschen, mehr als 300 Personen wurden verletzt.

Laut Unwetterzentrale sind in Österreich die meisten Tornados jedoch von kurzer Dauer und nicht so großer Heftigkeit. Oft verursachen heftige Gewitterböen mehr Schäden als Tornados.
Als im Vorjahr.
Hagelversicherung: 300 Meldungen mehr
Im Bezirk Gänserndorf verzeichnet die Landwirtschaft schwere Einbußen nach den Unwettern vom Wochenende.

Vor allem Wintergetreide wurde beschädigt, aber auch Raps, Wein und Gemüse.Die Hagelversicherung spricht von einer betroffenen Fläche von 6.000 Hektar und einem Schadensausmaß seit dem Pfingst-Wochenende von mehr als 2 Millionen Euro.

Allein heuer wurden bei der Hagelversicherung bereits 2300 Schadensmeldungen eingegangen. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt um etwa 300 weniger.
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