Niederösterreich ORF.at
MI | 11.04.2012
Sujetbild: Tornado (Bild: fotolia.de/KoMa)
UNWETTER
Schwerster Sturm fegte 1916 über NÖ
Der Tornado im Bereich Absdorf-Hippersdorf ruft den bisher folgenschwersten Wirbelsturm in Österreich am 10. Juli 1916 in Erinnerung: Mit 300 km/h fegte damals ein Tornado von Bad Fischau durch Wr. Neustadt bis nach Lichtenwörth.
Die gültige Fujita-Skala umfasst 13 Stufen, von F0 bis F12, wobei F6 bis F12 nur theoretische Werte sind.
32 Menschen wurden getötet, 300 verletzt
Der ein Kilometer breite und drei bis fünf Kilometer hohe Windschlauch legte eine 20 Kilometer lange Zugsbahn zurück und wurde auf der fünfteiligen Fujita-Skala als Tornado der Klasse drei (F3) eingestuft, erzählte Meteorologe Otto Svabik. 32 Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt.

Wirbelstürme dieser Kategorie mit Windgeschwindigkeiten von 300 km/h wurden noch drei weitere Male in Österreich registriert.
Sujetbild: Tornado (Bild: fotolia.de/Jason Branz) Drei weitere Tornados dieser Kategorie
Am 11. August 1994 zog ein F3-Tornado in St. Michael (Bezirk Güssing) im Burgenland eine zwei Kilometer lange Spur der Verwüstung. In den Abendstunden verfinsterte sich der ganze Ort, ein Dach wurde vom Sturm mitgetragen und ein Gebäude gänzlich zerstört.

In der Steiermark sorgten 1998 gleich zwei F3-Tornados in Weinburg am Saßbach (Bezirk Radkersburg) am 7. Juli sowie in Vornholz (Bezirk Hartberg) am 27. Juli für entwurzelte Bäume, zerstörte Wälder, Stromausfälle und eingedrückte Mauern.
Was ist ein Tornado?
Ein Tornado ist eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich unter einer cumuliformen Wolke befindet.

Für den Begriff "Tornado" existieren auch andere Bezeichnungen: "Großtrombe", "Windhose" (Tornado über Land), "Wasserhose" (Tornado über Meer oder großen Binnenseen) bzw. "Twister" (Tornadobezeichnung im englischen Sprachraum).
Wurde als Tornado der Stufe F0 eingestuft.
Tornado am Mittwoch erreichte 120 km/h
Im Vergleich dazu wurde der Tornado am Mittwoch von den Wetterexperten als harmloser und damit auf der Fujita-Skala mit F0 eingestuft. Die Windgeschwindigkeiten erreichten 120 km/h.

Sechsmal traten solche "milden" Wirbelstürme von 1951 bis 2003 in Österreich auf. Am häufigsten waren in den vergangenen 60 Jahren Tornados der Stufen F1 (180 km/h) und F2 (250 km/h).

Gehäuft treten die Wirbelstürme vor allem im Alpenvorland sowie in den südöstlichen Beckenlagen auf, wo feuchte, heiße Luft auf kalte Fronten trifft. F4- und F5-Tornados mit Geschwindigkeiten von 400 bzw. 500 km/h wurden in Österreich noch nie gemessen.
Amateurvideo des Tornados
Barbara Mölcnik hat den Tornado gefilmt.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Tornados in Österreich gar nicht so selten
Zwischen 1951 und 2003 wurden 88 solche Wirbelstürme registriert. Eine entsprechende Statistik erarbeiteten Klimatologe Otto Svabik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Alois Holzer vom Kompetenzzentrum für lokale Unwetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bis 2010 wurden laut Schätzungen rund zehn weitere Windsäulen am heimischen Himmel beobachtet.
"Downburst" häufiger als Tornado
Von 1951 bis 2003 wurden von den Meteorologen insgesamt 250 Starkwindereignisse bemerkt, der Großteil davon betraf nicht Tornados, sondern Luftlawinen ("Downburst") .

Dabei handelt es sich um Gewitter-Fallböen, die in Bodennähe für Verwirbelungen sorgen, aber im Gegensatz zu einem Tornado keine geschlossene Sogwirkung erzeugen.
Ganz Österreich
Niederösterreich News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News