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MI | 11.04.2012
Gasexplosion St. Pölten (Bild: Stamberg)
CHRONIK
Gasexplosion: Fünf Personen vermisst
Nach einer schweren Gasexplosion in St. Pölten dürfte es fünf Opfer geben. Insgesamt waren sieben Personen in dem Haus gemeldet. Zu zwei hatte man bereits Kontakt. Hunderte Einsatzkräfte sind nach wie vor am Unglücksort.
Um 8.00 Uhr erschütterte ein Knall St. Pölten.
Drei Personen werden noch vermisst
Unter den Opfern, die nach der Explosion eines Hauses am Spratzerner Kirchenweg in St. Pölten als vermisst gelten, sind drei Frauen und zwei Männer. Vier von ihnen sind im Unglückshaus gemeldet, eine weitere Person dürfte zu Besuch gewesen sein.

Eine sechste Person, die zunächst ebenfalls unter den Trümmern vermutet wurde, hatte offenbar unglaubliches Glück: Sie hatte das Haus in den frühen Morgenstunden verlassen, wie die APA am Unglücksort erfuhr.

Um etwa 8.00 Uhr erschütterte ein lauter Knall St. Pölten. Durch eine Gasexplosion stürzte am Spratzerner Kirchenweg ein Wohnhaus ein und ging in Flammen auf.

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15 Personen aus Nachbarhäusern in Sicherheit gebracht.
Drei Personen erlitten Rauchgasvergiftungen
Die Wucht der Explosion war so heftig, dass die Nachbarhäuser massiv beschädigt wurden: Teilweise seien die Fensterstöcke herausgerissen und 30 Meter weit weggeschleudert worden, schilderten Einsatzkräfte.

Aus Nachbarhäusern seien vier Menschen geborgen worden, sagte Rotkreuz-Sprecher Andreas Zenker. Drei davon wurden mit Rauchgasvergiftungen ins Spital gebracht. Außerdem mussten 15 weitere Personen aus der Nachbarschaft in Sicherheit gebracht werden.
St. Pölten-Süd großteils evakuiert
Um weitere Explosionen zu verhindern, drehte die EVN vor kurzem die Gaszufuhr zum eingestürzten Haus ab. Trotzdem dürfte noch immer Gas ausströmen.

Deshalb wurde im gesamten Stadtteil St. Pölten-Süd nun das Gas abgedreht. Der Stadtteil wurde großräumig evakuiert, wofür eine eigene Polizeieinheit zusammengestellt wurde.
Dietmar Fahrafellner (Bild: Stamberg)
Gasexplosion St. Pölten (Bild: Stamberg) Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort
Donnerstagmittag wurde bereits das Dach des teilweise eingestürzten Hauses weggehoben. Nun wurde versucht, mit massivem Bagger- und Schaufeleinsatz sukzessiv zu den Wohn- und Schlafräumen vorzudringen, berichtete Fahrafellner. Dabei kam ein 65-Tonnen-Kran zum Einsatz.

Derzeit sind 500 Feuerwehrleute, vor allem Atemschutzträger, im Einsatz. Das größte Problem bei der Bergung sei die große Rauchentwicklung durch den Folgebrand nach der Explosion, so Fahrafellner. Die Arbeiten dürften noch bis in die Nachtstunden dauern.

Weiters sind 100 Sanitätskräfte vom Roten Kreuz und vom Arbeitersamariterbund im Einsatz. Zur Betreuung der Angehörigen wurde ein Kriseninterventionsteam mit 20 Mitarbeitern gebildet.
Hatte Stromausfall etwas mit der Explosion zu tun?
Zuvor Stromausfall wegen schadhaften Kabels
Spekulationen zu Ursachen der Explosion wiesen die Einsatzkräfte zurück. Am Mittwochabend gab es wegen eines schadhaften Kabels in der Umgebung einen Stromausfall, bestätigte Herbert Bugl, Leiter der EVN St. Pölten.

Das Kabel wurde demnach vom Netz genommen, die betroffenen Haushalte aus anderen Leitungen gespeist. Ob der Stromausfall mit der Explosion zu tun haben könnte, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt reine Spekulation. Weder im Haus noch auf der Straße habe es Bauarbeiten gegeben.
Wichtige Information an die Anrainer
Die betroffenen Anrainer rund um das explodierte Haus an der Ecke Munggenaststraße/Spratzerner Kirchenweg werden dringend ersucht die Haupthähne der Gasleitungen abzusperren.

Beim derzeitigen Stand ist es noch ungewiss, wann die EVN wieder Gas zuführen wird. Bei Unklarheiten rufen Sie die EVN Störungsstelle unter der Telefonnummer 02742/74530.
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