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MI | 11.04.2012
Biologische Station Lunz (Bild: Martin Ploderer)
ARCHITEKTUR
Kritik am Abriss der Biologischen Station Lunz
Hans Kupelwieser, ein Nachfahre des Begründers der biologischen Forschungsstation Lunz übt harsche Kritik am teilweisen "Abbruch des historischen Gebäudes im Namen des Denkmalschutzes", wie er formuliert.
Kupelwieser ortet "kulturlose Vorgangsweise"
Die Vorgangsweise sei "einfältig" und "kulturlos", sagt der Bildhauer, Grafiker, Fotograf und Architekturprofessor an der TU Graz, Hans Kupelwieser. 95 Prozent des Gebäudes seien de facto vernichtet worden. Auf den Rest habe er mit großen Lettern in einer Kunstaktion "Abbruch" geschrieben.

"Nicht nur die Bausubstanz mit den bemerkenswerten Räumen der alten Bibliothek wurde zerstört, sondern auch der Geist des Gebäudes, in dem von vielen Forschergenerationen Wissenschaftsgeschichte geschrieben wurde, u.a. vom berühmten Stationsleiter Franz Ruttner, der sich von 1908 bis 1957 der Seenforschung widmete und hier das erste weltbekannte Lehrbuch der Limnologie verfasste.", so Kupelwieser.
Biologische Station Lunz (Bild: Martin Ploderer)
Gebäude vor dem teilweisen Abbruch
Biologische Station Lunz (Bild: Martin Ploderer)
Neues Gebäude dem alten nachempfunden
Das neue Gebäude dem alten "nachzubauen" , habe mit dem Schutz historischer Bausubstanz nichts zu tun, so Kupelwieser. Er fordert nun einen Architekturwettbewerb.

Bürgermeister Martin Ploderer vermutet, dass seitens des Eigentümers, der Landeseigenen Immobilien-Holding, ein stärkerer Abriss des Gebäudes aus technischen Gründen notwendig geworden sein könnte.

Im ersten Stock, der jetzt fehlt, sollen modernste Labors eingerichtet werden.
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