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MI | 11.04.2012
Altlandeshauptmann Andreas Maurer (Bild: ORF NÖ)
Politik
Andreas Maurer ist tot
Der niederösterreichische Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer ist tot. Er starb am Montag in seiner Heimatgemeinde Trautmannsdorf an der Leitha in Niederösterreich im Kreise seiner Familie.
Maurer war mehr als 14 Jahre als LH im Amt, erreichte bei drei Landtagswahlen die absolute Mandatsmehrheit.
Vom Bauern zum Politiker
Maurer war von 1966 bis 1981 Landeshauptmann von Niederösterreich und fast 20 Jahre lang Obmann des NÖ Bauernbundes. Er wurde 91 Jahre alt.

Andreas Maurer wurde am 7. September 1919 in Trautmannsdorf a.d. Leitha (Bezirk Bruck a.d. Leitha) als zweites Kind eines Landwirte-Ehepaares geboren. In seinem Heimatort besuchte er die Volksschule, anschließend die Landwirtschaftliche Schule Bruck a.d. Leitha.
Maurer auf Pferd (Bild: ORF)
Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer (Bild: APA/Helmut Fohringer) Gefangen im Krieg, Bauer nach der Heimkehr
Im Zweiten Weltkrieg war Maurer bis zu einer Verwundung im Jahr 1942 an der Ostfront im Einsatz. Wieder genesen, geriet er in Italien in englische Gefangenschaft.

In der Nachkriegszeit übernahm Maurer den väterlichen Betrieb. Seine politische Karriere begann er 1946 als Ortsbauernrat. 1949 wurde er Kammerrat in der Bezirksbauernkammer Bruck a.d. Leitha, von 1950 bis 1955 gehörte er dem Gemeinderat von Trautmannsdorf an. Maurer wurde dann Obmann der Bezirksbauernkammer und 1959 als Abgeordneter in den NÖ Landtag gewählt.

Als Mitglied der Landesregierung (Landesrat vom 19. November 1964 bis zur einstimmigen Landeshauptmann-Wahl am 24. November 1966) unterstanden ihm landwirtschaftliche Agenden. Maurer war weiters von 1970 bis 1989 Obmann des NÖ Bauernbundes.
Maurers Antrittsrede (Bild: ORF)
maurer als musiker (Bild: ORF) Höhepunkte einer Karriere
Die Regierungszeit Andreas Maurers war durch den konsequenten, von seinen Vorgängern und Vorbildern Leopold Figl und Eduard Hartmann bereits eingeschlagenen Weg des neuen, modernen Niederösterreich gekennzeichnet.

Als Höhepunkte seiner Politik nannte der Jubilar einmal u.a. den Abschluss der Gemeinde- und Schulzusammenlegungen, den Bau von drei neuen Donaubrücken (Krems, Melk, Hainburg), seine Rolle als "Königsmacher" der ÖVP 1971 (letztlich ging auf Maurers Vorschlag Karl Schleinzer als neuer Bundesobmann der Volkspartei und Nachfolger von Hermann Withalm hervor), das Verschieben der Landeshauptstadt-Pläne 1974 sowie den Beschluss über eine neue Landesverfassung 1978.

Sämtliche Entscheidungen fielen ausschließlich im damaligen Landeshauptmann-Zimmer in der Wiener Herrengasse.
Andreas Maurer vor Brückenmodell (Foto: ORF)
Der Alt-Landeshauptmann war über 60 Jahre mit seiner Frau Hermine verheiratet. Das Ehepaar feierte 2009 die seltene "Eiserne
Hochzeit". Mauerer hat sechs Kinder und zahlreiche Enkel- und Urenkel.
Maurer erreichte immer Absolute für ÖVP
In seiner Amtszeit an der Spitze Niederösterreichs (bis 22. Jänner 1981) schlug Maurer drei Landtagswahlen.

Die ÖVP erreichte dabei 1969, 1974 und 1979 - wie auch jeweils zuvor - immer die absolute Mandatsmehrheit (30, 31 bzw. 29 von 56 Sitzen).
NÖer können am Freitag Abschied nehmen
Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher haben am kommenden
Freitag von 8.00 bis 11.30 Uhr Gelegenheit, Abschied vom verstorbenen Alt-Landeshauptmann Andreas Maurer zu nehmen. Er wird in der Landhauskapelle in St. Pölten aufgebahrt.

Am Samstag wird Maurer von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr in der Pfarrkirche seiner Heimatgemeinde Trautmannsdorf an der Leitha aufgebahrt. Um 14.00 Uhr findet dann das Begräbnis statt.
"Menschen und Mächte" über Maurer
Anlässlich des Todes von Alt-Landeshauptmann Maurer wird am Nationalfeiertag um 23.27 Uhr in ORF 2 eine "Menschen und Mächte" Dokumentation in Memoriam Andreas Maurer ausgestrahlt.
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