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MI | 11.04.2012
Lokführer (Bild: ORF NÖ)
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ÖBB planen Wechsel auf Rechtsverkehr
Die Züge auf der Südbahn sollen in Zukunft statt wie bisher links rechts fahren. Der Umbau wird Millionen Euro kosten, außerdem müssen viele Bahnhöfe umgebaut werden. Einen ÖBB-Vorstandsbeschluss gibt es dafür noch nicht.
Zentralbahnhof führt zu Rechtsverkehr
Durch die Errichtung des neuen Zentralbahnhofs in Wien, auf dem Gelände des ehemaligen Südbahnhofes, und den Bau des Lainzer Tunnels kommen fast alle der täglich 1.000 Züge auf der rechten Spur an.

Sie müssten spätestens am Knoten Wien-Meidling auf das linke Gleis wechseln, wenn sie nach Süden fahren.

Um das zu vermeiden, soll die Südbahn umgestellt werden.
Bahnhofsunterführung (Bild: ORF NÖ)
Links oder rechts, Gleis 1 oder Gleis 2?
Bei Umbauten berücksichtigen ÖBB schon möglichen Rechtsverkehr.
ÖBB-Vorstandsbeschluss fehlt jedoch noch
"In Pfaffstätten und in Brunn am Gebirge finden notwendige Bahnhofsadaptierungen statt. Im Zuge dessen wird natürlich auf einen möglichen Rechtsverkehr Rücksicht genommen. Man muss aber dazu sagen, dass es dafür noch keinen verbindlichen Vorstandsbeschluss gibt", sagt Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB Niederösterreich. Man prüfe zurzeit noch die Vor-und Nachteile.
Wo ist und war Linksverkehr in NÖ
In der ersten Zeit der Südbahn in den 1840er-Jahren wurde mehrmals die Richtung gewechselt, ausschlaggebend für den Linksverkehr wurde dann der Wien-Gloggnitzer-Bahnhof in Wien, der spätere Südbahnhof:

"...Weil es günstiger war, links auszufahren, weil die Heizhausanlangen von Wien aus gesehen rechts gelegen waren. Die einfahrenden Züge waren beim Linksverkehr nicht behindert, das war viel wert", erläutert der Bahnhistoriker und ehemalige Chefredakteur der Zeitschirft "Schienenverkehr aktuell" Ernst Kabelka.

Die mögliche Umstellung auf Rechtsverkehr ist vorderhand bis Mürzzuschlag geplant, bis auf der steirischen Seite die notwendigen Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Die Franz-Josefsbahn wird weiterhin linksseitig befahren.
Fernsteuerungsanlage im neuen Zentralbahnhof Wien ermöglicht leichten technischen Umstieg.
Umbau könnte 14 Millionen Euro kosten
Von der technischen Seite her - was also Signalanlagen und Weichen betrifft - sei die Umrüstung kein Problem, sagen die ÖBB, schon jetzt sei ein Wechselbetrieb auf der Südbahn möglich.

Experten schätzen, dass der Umbau von links auf rechts im Frühjahr 2011 14 Millionen Euro kosten könnte.
Westbahn schon länger auf rechts eingestellt
Die Westbahn wurde vor einigen Jahren komplett auf Rechtsverkehr umgestellt. Einst galt in der ganzen Monarchie Linksverkehr als Generallinie. 1938, mit dem Anschluss an Hitler-Deutschland wurde die Rechtsfahrordnung der Reichsbahn übernommen.

Der Umbau war aber so aufwändig und teuer, dass er nur bis Linz durchgeführt wurde. Deutsche Lokomotivführer sollen sich geweigert haben, auf dem österreichischen Bahnnetz auf der linken Seite zu steuern, deshalb wurde in Linz der Lok-Führer getauscht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Rechtsverkehr bis Amstetten vorangetrieben. Seit einigen Jahren wird auf der Westbahn durchgehend rechts auf den Schienen gefahren.
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