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MI | 11.04.2012
Gertrude Tumpel-Gugerell (Bild: ORF)
"IM GESPRAECH"
Niederösterreicherin an Spitze der EZB
Die Niederösterreicherin Gertrude Tumpel-Gugerell ist Direktoriumsmitglied der EZB. "Im Gespräch" mit Werner Fetz verteidigt sie die Schutzschirme, die für finanzschwache Länder wie Irland oder Griechenland gespannt wurden.
"Euro hat sich sehr bewährt"
Durch die weltweite Wirtschaftskrise wurde unter der Führung der Europäischen Zentralbank der sogenannte Euro-Schutzschirm gespannt, um finanzschwache Länder wie Griechenland zu stützen.

Dadurch geriet auch der Euro unter Druck und wurde oft als Verursacher der Krise genannt worden. "Der Euro hat sich in den ersten zwölf Jahren seiner Existenz sehr bewährt. Man muss immer bedenken, dass wir sehr stabile Preise in Europa haben. Es ist uns gelungen, nicht mehr als zwei Prozent Preissteigerungen zu haben", sagt Tumpel-Gugerell.
Amtszeit endet im Mai
Gertrude Tumpel-Gugerell ist die einzige Frau im sechsköpfigen Direktorium der Europäischen Zentralbank. Zuvor war die 58-jährige gebürtige Niederösterreicherin Vizegouverneurin der österreichischen Nationalbank und des internationalen Währungsfonds. Nach acht Jahren als Direktorin der Europäischen Zentralbank endet im Mai ihre Amtszeit.
"Kredite sind notwendig geworden"
Die Schutzschirme für finanzschwache Länder verteidigt die gebürtige Niederösterreicherin. "Diese Kredite sind notwendig geworden, weil einzelne Länder vom Kapitalmarkt abgeschnitten wurden", sagt sie im Gespräch mit Werner Fetz.

"Länder wie Griechenland oder Irland haben plötzlich nicht mehr das Vertrauen der internationalen Finanzwelt gehabt. Diese Kredite gelten als Überbrückung, bis die Länder ihre Finanzen in Ordnung gebracht haben." Dann sollten sie wieder normale Kredite am Markt aufnehmen können, sagt das EZB-Direktoriumsmitglied.
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