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MI | 11.04.2012
Martin Balluch vor Gericht in Wr. Neustadt (Bild: APA/Pfarrhofer)
GERICHT
Tierschützer-Prozess: Urteil am 2. Mai
Das Urteil im Tierschützer-Prozess in Wr. Neustadt soll am 2. Mai gesprochen werden. In dem Prozess sind 13 Tierschützer wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation angeklagt. Hochspannung ist garantiert.
Urteil 14 Monate nach Prozessbeginn
Exakt 14 Monate nach Verfahrensbeginn will die Richterin das Urteil bekanntgeben. Ab 31. März sind - laut vorläufigem Plan - für mehrere Tage die Schlussplädoyers vorgesehen.

Bis dahin werden noch einige Zeugen gehört, darunter die für ein halbes Jahr eingeschleuste Vertrauensperson "VP 481" (18. März) und ihr polizeilicher Führer (17. März) sowie der Leiter der Sondereinheit Observation (21. März).
Nur noch sieben Angeklagte anwesend
Am Freitag merkte man im Gerichtssaal, dass das seit über einem Jahr laufende Verfahren einem Ende entgegengeht, zwar nicht an der - wie üblich gereizten - Stimmung im Verhandlungssaal, dafür aber an der schrumpfenden Zahl der Angeklagten.

Von Beginn an waren nur mehr sieben Beschuldigte anwesend, einige hatten sich krankgemeldet, andere verzichteten mit Erlaubnis der Richterin auf die Teilnahme an dem Verhandlungstag.
Sechsstündige Fehleranalyse.
Texte im Gutachten mit Fehlern
Bereits den vierten Auftritt hatte der umstrittene linguistische Gutachter Wolfgang Schweiger. Viel zu sagen hatte er dabei zunächst aber nicht, die meiste Zeit wurde nämlich Text- und Fehlervergleichen gewidmet, für die sich Schweiger eigentlich rechtfertigen sollte.

Über sechs Stunden lang wurden Fehler aufgezählt - laut dem erstangeklagten Martin Balluch gezählte 178 -, Pausen gemacht und gestritten.

Aus "Martin Luther King" wurde etwa in einem Fall "Martin Luther Kind", Buchstaben und Beistriche fehlten, Wörter waren falsch geschrieben.
"Mea culpa, Schreibfehler."
Linguist verrechnete bisher 50.000 Euro
Schweiger unterbrach einmal mit "mea culpa, Schreibfehler". Beim befundeten Text handle es sich nicht um denselben wie im Gutachten, erklärte er anschließend auf ein Beispiel bezogen. Fehlende Buchstaben rechtfertigte er u.a. damit: "Das ist entweder ein Fehler von mir oder meinem Kopiergerät."

Für seine Expertisen und Gerichtsbesuche verrechnete der Linguist dem Staat bisher fast 50.000 Euro. Für einen Tag am Gericht schlagen sich laut seiner der APA vorliegenden Gebührenabrechnung über 500 Euro zu Buche - Bahnfahrt 1. Klasse, Taxikosten, Mittagessen und Zeitversäumnis inklusive.
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