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MI | 11.04.2012
Tierschützerprozess: Hauptangeklagter Martin Balluch (Bild: APA/Pfarrhofer)
GERICHT
Tierschützerprozess: Urteile nach 14 Monaten
Nach 14 Monaten soll am Montag in Wr. Neustadt der Tierschützerprozess enden. Einzelrichterin Sonja Arleth will die Urteile gegen die 13 Angeklagten verkünden. Spannung ist garantiert, noe.ORF.at berichtet live.
Angeklagten drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Beobachter rechnen mit Freispruch
Lange schien es, als würde der Prozess gegen die 13 Tierschützer wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation endlos dauern - das Finale kam dann aber überraschend schnell.

Arleth hat die von der Verteidigung beantragten Zeugen nicht mehr geladen und wird am Montag, exakt 14 Monate nach Prozessbeginn, das Urteil verkünden.

Nach Paragraf 278a StGB drohen den Angeklagten bis zu fünf Jahre Haft. Beobachter rechnen mit einem Freispruch.

Noch ist unklar, wann genau die Einzelrichterin die Urteile verkünden wird. Zunächst kommen nämlich die Privatbeteiligtenvertreter, ein Landwirt und ein Versicherungsangestellter eines Textilunternehmens, zu Wort. Theoretisch könnten danach noch die Angeklagten und die Verteidiger das Wort ergreifen.
Medieninteresse beim Tierschützer-Prozess (Bild: APA/Pfarrhofer)
Richterin Sonja Arleth (Bild: APA/Fohringer)
Die Richterin dehnte die Verhandlungstage aus.
Richterin beschleunigte Prozess
Anfang März, genau ein Jahr nach dem Start, hatte die Richterin bekanntgegeben, die Verhandlung nun schnellstmöglich zu einem Abschluss zu bringen - obwohl erst sämtliche Zeugen der Anklage gehört worden waren.

Die bis dahin vorgelegenen Ergebnisse des Beweisverfahrens - u. a. die Aussagen der lange verheimlichten verdeckten Ermittlerin (VE) "Danielle Durand", dürften ihr offenbar ausreichen.

Um das Verfahren im Zeitplan abzuschließen, dehnte Arleth im März die Verhandlungstage bis 21.00 Uhr und länger aus. Noch am Tag vor den Schlussplädoyers wurde in einer Marathonsitzung ohne längere Pausen über 15 Stunden hindurch - bis nach Mitternacht - verhandelt.
Proteste vor Landesgericht Wr. Neustadt (Bild: APA/Pfarrhofer)
Immer wieder protestierten Aktivisten vor dem Landesgericht Wr. Neustadt.
"Es war kein Verfahren gegen den Tierschutz."
Staatsanwalt fordert Schuldsprüche
Am 1. April ging der vorläufig letzte Verhandlungstag nach zehn Stunden Schlussplädoyers zu Ende. Die 13 Angeklagten seien als Mitglieder einer kriminellen Organisation zu verurteilen, forderte Staatsanwalt Wolfgang Handler, obwohl er einräumte, dass er keine Täterschaft bei den aufgelisteten direkten Straftaten nachweisen habe können.

"Es war kein Verfahren gegen den Tierschutz, auch wenn es von einigen Angeklagten mit Vehemenz so dargestellt wurde", sagte er, "gewalttätigen Auswüchsen muss man entgegentreten."
"Es war nichts da, es gibt nichts zu finden."
Verteidiger erwarten "glasklaren Freispruch"
Verteidiger und Angeklagte sahen die Sache naturgemäß konträr und erwarten einen "glasklaren Freispruch", der auch eine "schallende Ohrfeige" für die Ermittlungen darstellen soll. "Es ist schlicht und einfach so: Es gibt keine kriminelle Organisation", betonte Anwalt Josef Philipp Bischof.

Die SoKo habe lange gesucht, aber nichts gefunden: "Es war nichts da, es gibt nichts zu finden." Auf dem Mond auf Palmensuche zu gehen wäre etwa genauso sinnvoll gewesen, meinte der Verteidiger.
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