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MI | 11.04.2012
Mann pflückt Kräuter und Blumen (Bild: APA)
Gesundheit
Angst vor dem "Aus" für Heilkräuter
Eine möglicherweise geplante Verordnung der EU Kommission sorgt bei Niederösterreichs Naturkosmetikherstellern für große Aufregung.
Diese Verordnung könnte, so ihre Befürchtung, einzelne Kräuterzusätze für Kosmetika verbieten.
Verbot brächte Umsatzeinbußen
Käme das Verbot tatsächlich, dann wären Umsatzeinbußen die Folge. Die EU und das Gesundheitsministerium beschwichtigen: eine solche Verordnung sei derzeit nicht geplant.
Jahrtausendelang schon wachsen die verschiedensten Kräuter auf unseren Böden. Schon im Mittelalter hat man um ihre Heilkräfte gewusst. Essenzen daraus wurden und werden auch heute noch für Kosmetikprodukte verwendet.
Viele Zusatzstoffe könnten verboten werden
Das könnte schon bald von der EU  verboten werden - zumindest befürchten das die Naturkosmetikproduzenten. Viele natürliche Zusatzstoffe könnten von einem möglichen zukünftigen Verbot betroffen sein - auf der Liste stehen zum Beispiel Schafgarbe und Henna.
Indische Frauen färben ihre Hände mit Henna (Bild: APA)
"Große Konzerne wollen in der EU Chemie"
Für kleine Unternehmen, wie die Firma Nektar Naturkosmetik in Amstetten, könnte ein Verbot dieser Kräuter den Ruin bedeuten, sagt Peter Rausch von der Firma Nektar Naturkosmetik in Amstetten.

Der Mensch habe Kräuter immer genutzt, sagt Rausch. Jetzt wolle die EU das verbieten, weil große Konzerne Lobbying betreiben würden, um mit Chemie Geschäfte zu machen, vermutet er.

Die Information über das mögliche drohende Verbot haben wollen die Produzenten aus Insiderkreisen der Europäischen Union erhalten haben.
ORF NÖ-Recherchen: kein Verbot geplant
Recherchen des ORF NÖ bei der EU-Kommission haben allerdings ergeben, dass ein derartiges Verbot derzeit nicht geplant ist. Aber: es gibt ein EU-Komitee, das sich mit möglichen schädlichen Inhaltsstoffen der Naturprodukte beschäftigt.
Kann Ringelblume Allergien auslösen?
Es wird zum Beispiel derzeit geprüft, ob die Ringelblume Allergien auslösen könnte.

Naturkosmetikhersteller Wolfgang Stix aus Obergrafendorf verwendet ebendiese Ringelblume für viele seiner Produkte.

Er sagt, es gäbe Gutachten, die besagen, dass die Ringelblume allergene Stoffe enthält. Jetzt müsse man Gegengutachten erstellen, die beweisen, dass dem nicht so ist.

Ob die EU Verodnung kommt oder nicht:
Die Produzenten wollen auf jeden Fall gerüstet sein. Mit ihrer "Initiative Ringelblume" haben sie jetzt eine EU-weite Unterschriftenliste gestartet, damit Naturkräuter auch in Zukunft für Naturkosmetika verwendet werden dürfen.
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